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01.02.2008

14:47 Uhr

Kojunkturdaten

USA büßen erstmals seit Jahren Jobs ein

Im ersten Monat des Jahres hat die größte Volkswirtschaft der Welt vor dem Hintergrund der Wirtschaftsflaute 17 000 Jobs verloren. US-Medien zufolge war es der erste Monat mit Stellenverlust seit viereinhalb Jahren.

HB DÜSSELDORF. Die US-Wirtschaft hat im Januar erstmals seit fast viereinhalb Jahren überraschend Stellen abgebaut. Der Arbeitsmarktbericht fiel damit mit einem Minus von 17 000 Jobs deutlich schlechter aus, als von Volkswirten mit einem Stellenplus von 80 000 im Durchschnitt erwartet.

Allerdings revidierte das US-Arbeitsministerium das Stellenplus des Vormonats deutlich nach oben auf 82.000. Zunächst waren magere 18 000 zusätzliche Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Dezember gemeldet worden. Die Arbeitslosenquote sank nun leicht auf 4,9 Prozent von fünf Prozent im Vormonat.

Dennoch hat sich bis Ende 2007 das Beschäftigungswachstum abgekühlt. Der Arbeitsmarktbericht für Dezember war wesentlicher Auslöser für die Ängste vor einer US-Rezession. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist zentral für die Konsumausgaben, die wiederum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen.

„Die Wirtschart ist offenbar in echten Schwierigkeiten“, kommentierte David Kelly von JP Morgan. Weitere Analysten sagten, die Daten zeigten, dass die Finanzkrise mittlerweile die Realwirtschaft erreicht habe. Der Dollar fiel zum Euro kräftig. Die Gemeinschaftswährung zog zeitweise bis auf 1,4952 Dollar an. Die Aktienmärkte erhielten einen Dämpfer. In Frankfurt fiel der Dax gut eine Stunde vor Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street unter 7000 Punkte.

Die Beschäftigung im güterproduzierenden Gewerbe ging im Januar um 51.000 zurück. Dabei verlor das verarbeitende Gewerbe 28.000 Stellen - das war der 19. Rückgang in Folge. Im Baugewerbe wurde ein Beschäftigungsabbau um 27.000 Stellen registriert. Auch in dem von der Kreditkrise besonders schwer getroffenen Finanzsektor wurden abermals Stellen abgebaut.

Stellen geschaffen wurden dagegen im Bereich der Dienstleistungen. Mit 34.000 neuen Arbeitsplätzen handelte es sich allerdings um den schwächsten Anstieg seit Oktober 2005. Der Bildungs- und Gesundheitsbereich registrierte im Januar einen Zuwachs von 47.000 Stellen und der Freizeit- und Gaststättensektor von 19.000. Im Einzelhandel wurde ein Anstieg der Beschäftigung um 11.200 verzeichnet.

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