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09.06.2011

14:41 Uhr

Kommentar

Danke Griechenland!

VonOliver Stock

Der Präsidenten der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet muss die Zinsen niedrig halten, wenn er nicht das letzte bisschen Wachstum abwürgen will, das Griechenland helfen könnte, seine Schulden in den Griff zu bekommen.

Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank. Quelle: dpa

Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank.

FrankfurtJean-Claude Trichet ist nicht zu beneiden. Niemals war der Spielraum des Präsidenten der Europäischen Zentralbank und seiner Ratgeber enger als heute. Zwei Meldungen von eben belegen das. Um 13.56 Uhr berichtet eine Nachrichtenagentur, dass Griechenland im Euroraum wirtschaftlich immer weiter zurückfällt. Das klamme Mittelmeerland schaffte zu Jahresbeginn nur ein Miniwachstum, wie aus den Daten des Statistikamtes in Athen hervorgeht. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März lediglich um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu.

Genau elf Minuten zuvor war die Meldung aus der Europäischen Zentralbank gekommen, dass der Leitzins im Euroraum unverändert bleibt. Die Beziehung zwischen den beiden Nachrichten liegt auf der Hand. Trichet kann nicht anders - er muss die Zinsen niedrig halten, wenn er nicht das letzte bisschen Wachstum abwürgen will, das Griechenland helfen könnte, seine Schulden in den Griff zu bekommen.

Darüber kann man klagen. Man kann auf die Gefahren der Inflation hinweisen und darüber lamentieren, dass die EZB ihre Unabhängigkeit längst verloren hat. Alles an dieser Stelle schon geschehen. Deswegen wollen wir uns heute einmal darüber freuen. Darüber freuen, dass weiter niedrige Zinsen einen weiter nicht übermäßig harten Euro bedeuten. Das ist ein Turbo für die deutschen Exporte. Auch den Aktienmarkt treibt ein niedriges Zinsniveau eher an. Also gilt unser Dank heute Griechenland. Er gilt einem Land, das die EZB daran hindert, an der Zinsschraube zu drehen - bis auf weiteres.

Kommentare (24)

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David

09.06.2011, 15:39 Uhr

Das nimmt aber auch leider den Anpassungsdruck von Deutschland. In ein paar Jahren kann das der auslöser für Krisen bei uns sein...

Ondoron

09.06.2011, 15:47 Uhr

So einen blödsinnigen Kommentar habe ich selten gelesen. Da wird indirekt für eine schwache Währung plädiert, weil sie angeblich den Export beflügelt. Gott, in welches VWL-Buch hat denn der Redakteur geschaut? Wenn wir eine weiche Währung wollen, dann geht doch alles in die richtige Richtung. Allerdings ohne Wohlstand in Deutschland, nicht wahr? Denn alle Importe werden teurer, die deutsche Wirtschaft spürt die Konkurrenz weniger und wird zurückfallen im Weltmaßstab. Wirklich, etwas Blödsinnigeres als so einen Kommentar kann man kaum schreiben! Brot und Spiele... Weiter so, HB. Die Dummheit soll man nicht verachten; sie hat einen Hang zum Monumentalen!

Hannes

09.06.2011, 19:55 Uhr

Als Satire ganz nett. Falls das ernstgemeint sein sollte - selten so einen Schwachsinn im HB gelesen.

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