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27.05.2011

15:17 Uhr

Kommentar

Drei Prozent Inflation sind kurzfristig möglich

Die EZB dreht wegen der Euro-Krise nur sehr maßvoll an der Zinsschraube, somit wird die Inflation weiter angeheizt. Eine dauerhafte Gefahr für die Geldwertstabilität bedeutet dies aber noch nicht.

Die steigende Inflation treibt auch den Goldpreis an. Quelle: dpa

Die steigende Inflation treibt auch den Goldpreis an.

DüsseldorfDie Verbraucherpreise sind im Mai um 0,2 Prozent gesunken, die auf das Jahr gerechnete Inflationsrate ging dementsprechend leicht auf 2,3 Prozent zurück. Zwar ist das für sich genommen noch kein Grund zur Entwarnung. Doch zeigen die Daten, wie stark die amtliche Inflationsrate von externen Umständen abhängt: Ist das Osterfest später als sonst, ziehen die Preise für Pauschalreisen eben später als sonst im Jahr an. Begehrt die arabische Welt nach Freiheit, treibt das die Spekulationen auf den Ölmärkten. Und erleiden die Spekulanten dann später Schiffbruch, sinken die Preise eben wieder.
Dieses Auf-und-ab bekommt der deutsche Autofahrer dann zwar an den Zapfsäulen zu spüren. Doch mit der klassischen Inflation, die von Notenbanken mit Zinserhöhungen bekämpft werden muss, hat das kaum etwas zu tun.

Handelsblatt-Redakteur Axel Schrinner. Quelle: Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteur Axel Schrinner.

Sicher, im Aufschwung gelingt es Lieferanten leichter, Preiserhöhungen bei ihren Abnehmern durchzusetzen. Und die wiederum können solche Preiserhöhungen besser an die Endverbraucher weitergeben, wenn das Geld angesichts einer in Aussicht gestellten Gehaltserhöhung vielleicht etwas lockerer sitzt. Eine nur für die deutsche Geldpolitik zuständige Notenbank würde in so einer Situation sicher an der Zinsschraube drehen, um die Konsumlaune etwas zu bremsen.
Da die EZB dies wegen der Euro-Krise aber allenfalls sehr maßvoll kann, wird Deutschland wohl noch länger ein etwas zu niedriges Zinsniveau erhalten bleiben. Das wird den Aufschwung weiter befeuern, letztlich aber wohl auch die Inflation etwas anheizen. Daher ist es nicht auszuschließen, dass bald auch mal ein drei vor dem Komma stehen könnte, wenn das Statistische Bundesbank die monatlichen Inflationsraten veröffentlicht. Doch zu einer dauerhaften Gefahr für die Geldwertstabilität würde dies aber erst werden, wenn es zu einer Lohn-Preis-Spirale wie in den 70er Jahren käme. Doch die ist derzeit nicht Sicht.

Von

asr

Kommentare (6)

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Blinder

27.05.2011, 15:59 Uhr

Wieder mal Verdummungspropaganda für das tumbe Pöbel ??
Wie bescheuert und gehirngewaschen muss man sein, um so schwachsinnige Inflationsraten zu glauben ?????
Da muss man ja mit Sonnenbrille, blind un einem Brett vor dem Kopf durch das tägliche Leben schlafwandeln.....

Hansi

27.05.2011, 16:32 Uhr

Sie wissen doch, Zentralbanker essen nicht und fahren kein Auto.
Handelsblatt-Kommentatoren auch nicht.

Island

27.05.2011, 17:51 Uhr

Damit wird es wieder bestätigt daß die EZB keine Geldpolitik für die Bundesrepublik Deutschland verfolgt.

Dies führt jetzt zu einer höheren Inflation bei einen maßvollen Wachstum. In den vergangenen Jahren haben wir durch die EZB ein zu geringes Wirtschaftswachstum erlebt.

Die Antwort heißt darum Austritt aus der Euro-Zone und Rückkehr zu einer eigenständigen Geldpolitik

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