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26.08.2011

17:43 Uhr

Kommentar

Jetzt sind Obama und Merkel am Zug!

VonRolf Benders

Ben Bernanke macht klar: Die Politik auf beiden Seiten des Atlantiks muss ein Eingreifen der US-Notenbank unnötig machen. Seine Vorsicht ist auch Selbstschuss. Einen großen Teil ihres Pulvers hat die Fed verschossen.

Rolf Benders ist Handelsblatt-Korrespondent in New York. Pablo Castagnola

Rolf Benders ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Der mächtigste Notenbanker der Welt räumt die Bühne. Zumindest vorerst. Ben Bernanke hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Notenbankertreffen im abgelegenen Skiurlaubsort Jackson Hole die Politik an ihre Verantwortung erinnert. Es sei die Aufgabe der Haushaltspolitik für Wachstum zu sorgen, sagte er und forderte die US-Politik auf, endlich tätig zu werden. Und seine ganz ähnliche Forderung an Europa kleidete er in die höfliche Formulierung, er sei zuversichtlich, man verstehe dort, was auf dem Spiel stehe.

Die selbst angesichts der niedrig gehängten Erwartungen enttäuschende Detailarmut der Rede ist auch der innenpolitischen Rücksichtnahme auf seinen Präsidenten geschuldet. Schließlich will Barack Obama Anfang September, wenn Amerika aus der kollektiven Sommerpause zurückkehrt, eine richtungweisende wirtschaftspolitische Rede halten. Denn wenn der Präsident im nächsten Jahr noch einmal wiedergewählt werden will, muss er endlich Führung zeigen.

Aber auch unabhängig davon ist es ein kluger Schachzug, den Ball zunächst flach zu halten. Denn es war die US-Politik, die dem bereits schwächelnden Wachstum im Land Anfang August einen schweren Schlag versetzt hat, als man mit dem Kompromiss zum Schuldenlimit eine Herabstufung der USA sehenden Auges in Kauf nahm. Gleichzeitig verschob man damals bittere Sparentscheidungen in die Zukunft und verunsicherte so die ohnehin skeptischen Verbraucher und Entscheidungsträger in der Wirtschaft weiter. Kein Wunder, dass der Konsum und die Investitionsausgaben keine Fahrt aufnehmen. In gewisser Hinsicht trägt Bernankes Rede den Subtext: „Ihr habt den Karren an die Wand gefahren, macht ihn selbst wieder flott.“

Fed-Chef Ben Bernanke. AFP

Fed-Chef Ben Bernanke.

Aber die Vorsicht Bernankes ist auch Selbstschutz: Schließlich hat die Fed bereits einen großen Teil ihres Pulvers verschossen. Viele Instrumente zur Stützung der Konjunktur und der Märkte stehen ihr nicht mehr zur Verfügung. Bernanke weiß: Der nächste Schuss muss sitzen.

Die demonstrativ eingenommene „Schau'n mer mal-Haltung“ Bernankes hat allerdings ein eingebautes Verfallsdatum. Ganz ausdrücklich stellte  er in Aussicht, dass die Fed am 20. September agieren werde, wenn sich die Lage bis dahin nicht gebessert habe. Mit dieser Ankündigung nahm Bernanke seine Verantwortung gegenüber den Märkten wahr, die so sehr auf eine Intervention der Fed zur Gunsten der Wirtschaft gehofft hatten. Und die Botschaft kam an: Kurz nach der Rede drehten die Kurse an der Wall Street ins Plus.

Es ist nun die Aufgabe der Politik auf beiden Seiten des Atlantiks, ein erneutes Eingreifen der US-Notenbank zur Stützung der Konjunktur in Amerika und der Welt unnötig zu machen. Denn die könnte ohnehin erneut nur die Symptome der Krise bekämpfen. In Europa muss endlich eine glaubhafte Strategie zur Stabilisierung der Eurozone her. In Washington muss eine Einigung zum Schuldenabbau gefunden werden, die die Konjunktur nicht ganz abwürgt. Mit anderen Worten: Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel sind jetzt am Zug!  

Kommentare (5)

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lowabras

26.08.2011, 19:54 Uhr

Wie kann man denn von Marionetten wie diese beiden es sind, denn erwarten? Eine solche Erwartung ist gelinde gesagt extrem infantil!
Wie soll eine Wirtschaft noch in Gang gehalten werden, die nur mit Wachstum funktioniert, wenn die Mittel nicht mehr greifen, noch mehr Waren zu verkaufen die keiner wirklich braucht, für Geld das keiner mehr hat? Nein, das Perpetuum Mobile ist noch nicht erfunden, immer noch nicht und die beiden Tölpel werden es ja wirklich nie erfinden!
Nein, das mit dem Export wird auch nicht funktionieren, weil die Länder in denen die Bevölkerung noch was wirklich BRAUCHT, ihre Waren selbst produzieren und ZUSÄTZLICH noch mit ihrem Export die Märkte überschwemmen, zukünftig noch mehr als bisher, wenn die Produktivität dort auch ständigt steigt, was man erwarten kann!
Das ganze Geschwätz über Beruhigung der Märkte, über die Hoffnungen, die an die winzigste spekulative Äußerung geknüpft werden, sind doch absolut nichts wert und bereits Stunden später ad absurdum geführt.
Was fehlt ist der WILLE zur klaren und objektiven Sicht und das gilt nicht nur für Politiker, sondern auch für die Mehrheit der Bevölkerung, leider!

Pendler

26.08.2011, 22:07 Uhr

http://eurodemostuttgart.wordpress.com/

##########################
Handelblatt löscht den Artikel,
dass Herr Schäuble 748 Mrd € am Bundestag vorbei transferieren will #######

Ist das III. Reich mit der Pressezensur zurück????

Werden jetzt schon Journalsiten bedroht,
so wie in totalitären Staaten üblich

Pendler

26.08.2011, 22:35 Uhr

### Entmündigung des dt Volkes ####

Deutschland wird abgewählt, und das III. Reich kehrt zurück.


„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Genau! Und solange dies nicht so ist, gilt hier UNSER Grundgesetz! Und nicht was in Brüssel beschlossen wird. Eine Vielzahl kritischer Juristen ist der Ansicht, dass der Rubikon bereits deutlich überschritten wurde. Wenn es noch weiter gehen soll in Sachen europäischer Einigung, dann muss das Grundgesetz geändert bzw. eine neue Verfassung beschlossen werden. Ohne diesen Schritt verliert der Begriff Demokratie in einem geeinten Europa immer mehr an Bedeutung.

Doch wer setzt das durch? Die jetzigen Eliten?

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