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18.09.2013

23:06 Uhr

Kommentar

Salto rückwärts statt Zinswende

VonRolf Benders

Ben Bernanke blamiert sich, die US-Notenbank und die Zunft der Währungshüter. Der Ausstieg aus der Zeit des billigen Geldes ist doch schwieriger als zuvor behauptet.

Fed-Chef Ben Bernanke. dpa

Fed-Chef Ben Bernanke.

FrankfurtJetzt ist passiert, was nicht hätte passieren dürfen. Der mächtigste Notenbanker der Welt ist bis auf die Knochen blamiert, weil er versucht hat alles richtig zu machen. Das zeigt, dass der Ausstieg aus der – im Kern alternativlosen – Politik des billigen Geldes schwieriger ist als Notenbanker lange behauptet haben.

Aber von vorne: Im Juni war US-Notenbankchef Ben Bernanke so zuversichtlich was das Wachstum der USA angeht, dass er eine Reduzierung der milliardenschweren monatlichen Anleihekäufe zur Konjunkturstützung im Jahresverlauf in Aussicht stellte, falls – und die Einschränkung ist wichtig – die Konjunktur sich weiter entwickele wie erhofft.

Notenbank-Korrespondent Rolf Benders

Notenbank-Korrespondent Rolf Benders

Und die Reaktion der Märkte schien seiner vorrausschauenden Kommunikationsstrategie Recht zu geben. Weltweit gingen die Aktienkurse nach unten, Anleiherenditen stiegen, die Währungen von Ländern wie Brasilien und Indien rutschten in den Keller. Schon die kleine Andeutung des Fed-Chefs bewegt die Märkte. Da macht eine langfristig angelegte Vorbereitung der Investoren auf einen wichtigen, großen Schritt Sinn.

Die Investoren weltweit nahmen Bernanke beim Wort und erwarteten von den geldpolitischen Beratungen der Fed an diesem Mittwoch Vollzug. Doch dummerweise entwickelte sich die US-Konjunktur seit den Äußerungen Bernankes im Juni nicht so, wie dieser erhofft hatte. Und deshalb musste er nun einen Salto rückwärts machen.

Die Zinswende ist erneut verschoben. Die Fed wird weiterhin jeden Monat 85 Milliarden Dollar an Anleihen kaufen.
Bernanke ist nun blamiert. Da hilft ihm weder, dass seine Kommunikationsstrategie eigentlich gut gemeint war, noch dass seine Aussagen im Juni unter den Vorbehalt gestellt hatte, dass die Konjunktur sich weiter so entwickelt wie gehabt.

Wenn der mächtigste Notenbanker der Welt nicht in der Lage ist, die Konjunktur drei Monate im Voraus einigermaßen sicher zu prognostizieren, dann ist das ein Reputationsschaden für die ganze Zunft.

Kommentare (71)

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Lungomolch

18.09.2013, 23:27 Uhr

Wenn ich Bernake wäre, würde ich ganz langsam reduzieren: jeden Monat 1 Mrd. weniger Anleihenkauf. Dann langsam steigern, also 1 Mrd. 1,1 Mrd, 1,2 Mrd usw. Wenn die Wirtschaft zu heftig reagiert, die Reduktionsmenge wieder etwas reduzieren. So könnten sich alle daran gewöhnen.

AfDler

18.09.2013, 23:36 Uhr

Da muß es aber gewaltig brennen wenn die nicht in der Lage sind die "alternativlose" Politik des billigen Geldes wenigstens mal einzubremsen

Freidenker

18.09.2013, 23:37 Uhr

Bernanke und mit ihm all die Profiterer verarschen ständig die Masse nur zum eigenen NUTZEN!!

Wieviel hat Bernanke jetzt wieder verdient? (...)

(...)

Die Reichen spielen mit den Menschen...Psychopathen lassen grüßen!! Hoffentlich drückt mal einer von den Irren auf den RICHTIGEN KNOPF. Das EXPERIMENT Mensch hat ausgedient. Ausser Irrsinn, Armut, TOD WEGEN Langerweile, Krieg hat ER nichts zustande gebracht! Ich bin dafür den Primaten, der nur aus REINER GIER UND LUST TÖTET INS NIRVANA ZU befördern!!

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