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13.05.2015

10:58 Uhr

Kommentar zu BIP-Zahlen

Es tuckert nur noch in Deutschland

VonHans Christian Müller-Dröge

Deutschland erlebt nur einen soliden Aufschwung, die Wirtschaft wächst im ersten Quartal gerade mal um 0,3 Prozent. Die Zahlen lösen keine Begeisterung aus – dafür gibt es mehrere Gründe.

Der deutsche Konjunkturmotor brummt nicht mehr. Allerdings stottert er auch nicht. Um im Bild zu bleiben, könnte man sagen: Er tuckert. dpa

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Der deutsche Konjunkturmotor brummt nicht mehr. Allerdings stottert er auch nicht. Um im Bild zu bleiben, könnte man sagen: Er tuckert.

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Der deutsche Konjunkturmotor brummt nicht mehr. Allerdings stottert er auch nicht. Um im Bild zu bleiben, könnte man sagen: Er tuckert. Wie ein schwerer Mercedes auf einer kurvigen Landstraße. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 nur um 0,3 Prozent gewachsen im Vergleich zum Vorquartal. Bis vor kurzem hatten Ökonomen noch ein halbes Prozent angesetzt.

Der Wert passt ins Bild: Denn Deutschland hat Rücken- und Gegenwind gleichzeitig. Zwar befindet man sich in einem soliden Aufschwung, bei dem der private Konsum gerade den Exportsektor als größten Wachstumstreiber abgelöst hat. Die schwachen Lohnrunden der letzten Jahre hatten die deutsche Wirtschaft preislich wettbewerbsfähig gemacht – jetzt gibt es die Belohnung dafür.

Der Redakteur des Handelsblatts ist Experte für Konjunktur.

Hans-Christian Müller-Dröge

Der Redakteur des Handelsblatts ist Experte für Konjunktur.

Gleichzeitig gibt es aber schon jetzt viele Hürden, die den Boom schwächen: Die Überalterung des Landes lässt die Unternehmen mit neuen Investitionen zögern, was schon jetzt die Produktivität im Land drückt. Gleichzeitig macht die schwächelnde Nachfrage aus den Schwellenländern den Exporteuren zu schaffen. Und dann ist da noch die Griechenland-Misere, die dazu führt, dass das Vertrauen in die Zukunft in der deutschen Wirtschaft nicht so groß ist, wie es sein könnte. Denn was ist, wenn Athen bald pleitegeht und es doch einen ökonomischen Flächenbrand gibt?

Konjunktur: Deutsche Wirtschaft plagt Frühjahrsmüdigkeit

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Deutsche Wirtschaft plagt Frühjahrsmüdigkeit

Die deutsche Wirtschaft ist schwach ins Jahre gestartet – und im ersten Quartal nur langsam gewachsen. Das BIP stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Die wackelige Weltkonjunktur lässt die Exporteure leiden.

Doch immerhin gibt es einen großen Unterschied zur Situation der letzten Jahre: Die anderen Ökonomien der Euro-Zone setzen gerade zu einem spektakulären Höhenflug an: Spanien schafft in einem einzigen Quartal fast ein Prozent Wachstum, selbst Frankreich kommt überraschend auf satte 0,6 Prozent.

Für die deutsche Wirtschaft heißt das: Endlich wieder mehr Nachfrage von den Partnern, aber gleichzeitig auch wieder mehr Konkurrenz auf den Weltmärkten. Gut möglich, dass der Mercedes bald von einem aufgemöbelten Renault oder einem runderneuerten Fiat überholt wird.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.05.2015, 11:34 Uhr

Die deutsche Energie- Wirtschafts Willkürpolitik ist das Problem. Es wird jeden Investor abschrecken, wenn eine Regierung über Nacht eine ganzen Wirtschaftszweig wie es die sichere und zuverlässige Kernkraft in Deutschland darstellt aus ethischen und wahltaktischen Gründen zu verbieten. Genauso fatal ist das Zeichen, dass diese Grün-Sozialistischen Ideologie Merkelpolitik in Sachen der Energiewende mit dem marktfeindlichen EEG den Investoren signalisiert. Es ist Planwirtschaft pur und keine Marktwirtschaft die diese Grün-Sozialistische Ideologiepoltiik unter der Führung einer opportunistischen Macht-Merkel verkörpert. Und das ist das große Problem in Deutschland. Die soziale Marktwirtschaft wird durch eine neue ideologische (grün-sozialisten) Willkürpolitik = Diktatur abgelöst.
Das EEG, die Zwangsabschaltung der Kernkraft, die Verweigerung von Fracking und Gentechnik sind die Beispiele einer Grün-Sozialistischen Bevormundungs Ideologie = Markt- Investoren und Gesellschaftsfeindlich!

Frau Margrit Steer

13.05.2015, 14:10 Uhr

Marc Hoffmann
ich kann Ihnen nur zustimmen.
Wir haben es gestern Abend im TV wiedr sehen können, wie der normale Bäckermeister ins Absits und Aus gedrängt wird mit dieser EEG-Umlage
Frau Merkel will, wie in der DDR, keinen Mittelstand und so wird es weitergehend
Merket das denn keiner?

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