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05.08.2011

17:09 Uhr

Kommentar zu US-Jobdaten

Eine Atempause – nicht mehr!

VonRolf Benders

Die besser ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Viel wichtiger ist die Rating-Entscheidung der Agentur Standard & Poors.

Der Eingang der New Yorker Börse. Quelle: AFP

Der Eingang der New Yorker Börse.

New YorkEndlich so was wie eine positive Überraschung! Der Situation am US-Arbeitsmarkt ist zumindest nicht ganz so dramatisch wie befürchtet. Die Zahl der neuen Stellen ist im Juli gestiegen und wurde für die Monate davor sogar nach oben revidiert. Das verschafft dem Markt eine Atempause. Zumindest so lange, bis die Ratingagentur S&P ihr Urteil über die Kreditwürdigkeit der USA gesprochen hat.

So wurden im   Juli 117 000 neuen Stellen geschaffen und damit deutlich mehr aus die von Experten vorhergesagten 85000. Zeitleich wurden die Statistiken für die beiden Vormonate deutlich angehoben, jeweils auf ungefähr das Doppelte. Die Arbeitslosenquote sankt leicht auf 9,1 von 9,2 Prozent.

Die Erleichterung an den Märkten ist quasi mit Händen zu greifen. Aus guten Grund: Denn eine weitere Verschlechterung der Lage am US-Arbeitsmarkt hätte eine unangenehme Abwärtsspirale in Gang bringen können. Mehr Arbeitslosen bedeutet nämlich weniger Konsum und weniger Konsum belastet die Firmen und führt zu neuen Entlassungen, was wiederum den Konsum drückt. Die USA stehen nach diesen neuen Daten weniger nah an einer Rezession als noch gestern befürchtet.

Trotzdem verschaffen die Daten den Märkten lediglich eine Atempause. Denn die jüngst beschlossenen Sparmaßnahmen der US-Regierung verunsichern die Verbraucher, was ebenfalls zu Konsumzurückhaltung führen kann. Amerika ist zumindest finanzpolitisch derzeit dabei von Konjunkturstimulus auf Sparprogramm umzuschalten. Und das nehmen die Märkte vorweg.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

05.08.2011, 18:48 Uhr

Weg mit Rating-Agenturen. Sie sind mehr ein Instrument zentralistischer Marktbeeinflussung als eines der Marktwirtschaft. Marktwirtschaft ist nur, wenn das Abbild des Marktes durch das Handeln aller Marktteilnehmer entsteht und nicht, wenn es durch eine übergeordnete Rating-Agentur vorgegeben wird.

Weg mit dem Outsourcing der Verantwortung. Wenn die Verantwortung für die Markteinschätzung nicht durch die Vielzahl von Meinungen bestimmt wird sondern durch nur drei Agenturen, dann ist das ein Element zentraler Marktwirtschaft.

der-oekonomiker

05.08.2011, 19:04 Uhr

Sorry, aber die Arbeitsmarktdaten sind noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Die sind schlicht falsch. Tatsächlich werden diese Daten Monat für Monat nachträglich deutlich revidiert. Die Juni-Zahlen z. B. von 116.000 auf 46.000 neue Jobs. Die reine Show, was die US-Regierung hier veranstalten läßt. Die Wahrheit gibt es bei shadowstats.com oder auf Deutsch unter querschuesse.de. Alternativ natürlich auch bei mir ...

FeinSein

05.08.2011, 19:20 Uhr

Wie fein gesetzt das doch alles klingt "Der Bernd".
Die Konsequenzen tragen - wie stehts - die anderen.
Fein gemacht.


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