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15.02.2016

15:56 Uhr

Konjunktur Asien

Börsenturbulenzen machen China zu schaffen

Chinas Konjunktur wird durch den Abschwung an den internationalen Märkten belastet. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war 2015 nur noch um 6,9 Prozent gewachsen – der schwächste Wert seit einem Vierteljahrhundert.

Das Auf und Ab an den Börsen weltweit wirkt sich auch auf die chinesischen Märkte aus. dpa

Börse in Peking

Das Auf und Ab an den Börsen weltweit wirkt sich auch auf die chinesischen Märkte aus.

PekingDie weltweiten Turbulenzen an den Börsen machen China nach den Worten von Ministerpräsident Li Keqiang zu schaffen. „Der aktuell währende Abschwung an den internationalen Märkten belastet Chinas Konjunktur spürbar“, wurde Li am Montag in staatlichen Medien zitiert.

Er sehe aber weiter ein großes Potenzial für sein Land, das angesichts hoher Sparquoten genügend Handlungsspielraum habe. China habe seine Lektion aus dem Crash am Aktienmarkt und dem Auf und Ab am Devisenmarkt gelernt, sagte Li. Dazu gehörten ein besseres internes Management, rasche und effektive Maßnahmen sowie technische Lösungen.

Warum in China die Börse abstürzt

Wie tief fallen die Kurse noch?

Am 27. Juli erlebte Chinas Börse den größten Tageseinbruch seit acht Jahren. Wie weit es noch nach unten geht, kann niemand sagen. Doch der Einbruch wäre vermutlich noch schlimmer ausgefallen, wenn die Börsenaufsicht und die Zentralbank nicht neue Hilfen angekündigt hätten.

Welche Rolle spielt der Staat für die Entwicklung an den Börsen?

Indem die chinesische Regierung Privatanleger in Aktien drängt, versucht sie, das Finanzierungsproblem für Unternehmen zu lösen – und die Schwächen des Bankensektors zu vertuschen.

Welche Nachteile ergeben sich hieraus?

Einmal angefangen, kommt der Staat nun nicht mehr aus der Sache heraus: Damit die Strategie aufgeht, sich das Ersparte für Kleinanleger mehrt und Firmen an Geld kommen, müssen die Kurse oben bleiben. Einen Crash kann man sich schon wegen der Reputation im Grunde nicht leisten.

Warum greifen die staatlichen Maßnahmen nicht?

Die Hilfsprogramme der Regierung nutzen sich ab – oder besser: sie nützen nichts, wenn gleichzeitig immer mehr Anleger nicht mehr an die Börsen glauben.

Hat der Börsencrash in China Auswirkungen auf die Realwirtschaft?

Wenig. Der Aktienmarkt hat sich schon lange von der Realwirtschaft entkoppelt.

Wie hart trifft der Börsencrash die chinesischen Sparer?

Chinesen sind zwar emsige Sparer. Sie haben aber nur einen kleinen Teil ihres Geldes in Aktien investiert. Fünf Prozent der Ersparnisse stecken in Wertpapieren.

Welche deutschen Aktien geraten durch die Turbulenzen in China unter Druck?

Besonders exportorientierte deutsche Unternehmen. Für Volkswagen und Daimler ist China enorm wichtig. Auch Chemiekonzerne wie Bayer und BASF geraten unter Druck.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr an den Börsen der Welt?

Lange Zeit durften Ausländer nicht an Chinas Börsen handeln. Peking hatte seine Finanzmärkte weitgehend abgeschottet. Dadurch schlagen Turbulenzen in China nur sehr abgeschwächt auf internationale Börsen durch.

Welche Rollen spielen ausländische Anleger bei dem Börsen-Crash?

Seit den Turbulenzen ziehen viele internationale Anleger ihr Geld über die Börse in Hongkong wieder aus dem chinesischen Festland ab. Bis Wochenanfang waren auf diesem Weg bereits mehr als sechs Milliarden US-Dollar abgeflossen.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war 2015 nur noch um 6,9 Prozent gewachsen, der schwächste Wert seit einem Vierteljahrhundert.

Erste Konjunkturdaten für 2016 deuten auf einen holprigen Jahresauftakt hin.

Von

rtr

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