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10.07.2013

06:52 Uhr

Konjunktur

Chinas Wirtschaft schwächelt

Die chinesischen Exporte und Importe sind im Juni überraschend gefallen. Die Ausfuhren gingen sogar um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Es war das erste Export-Minus seit Januar 2012.

Experte zum Exportrückgang in China

"Europa und China müssen zusammen agieren"

Experte zum Exportrückgang in China: "Europa und China müssen zusammen agieren"

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PekingDie Aussichten für die chinesische Wirtschaft haben sich weiter eingetrübt. Im Juli fielen sowohl Importe wie Exporte deutlich. Nach Angaben der Regierung vom Mittwoch sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent. Es war das erste Export-Minus seit Januar 2012.

Diese offiziellen Zahlen liegen deutlich hinter den Schätzungen von Wirtschaftsexperten, die noch geringe Wachstumsraten erwartet hatten. Das Wirtschaftswachstum in China ist im ersten Quartal des Jahres ebenfalls zurückgegangen und wird sich voraussichtlich weiter verlangsamen. Grund sind die nachlassende weltweite Nachfrage für chinesische Waren sowie die Bemühungen der chinesischen Zentralbank, den Kreditboom einzudämmen.

Das langsamere Wachstum erscheint Regierungschef Li Keqiang allerdings weiter akzeptabel. Die chinesische Wirtschaft müsse umstrukturiert und modernisiert werden, um eine gesunde Entwicklung zu erreichen, sagte der Premier laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Die makroökonomische Kontrolle müsse langfristig denken und sicherstellen, dass die Wachstumsrate, Beschäftigung und andere Indikatoren „nicht unter unsere Untergrenzen rutschen und die Inflation nicht unsere Obergrenze überschreitet“.

Experten hatten im Juni eigentlich einen Exportzuwachs von drei bis vier Prozent erwartet. Mit dem Minus von 3,1 Prozent auf 174 Milliarden US-Dollar lagen die Exporte im Juni weit unter dem Plus von 10,4 Prozent für die erste Jahreshälfte. Ähnlich war der Importrückgang von 0,7 Prozent auf 147 Milliarden US-Dollar deutlich entfernt von dem Zuwachs von 6,7 Prozent für die ersten sechs Monate.

In der ersten Jahreshälfte war der gesamte chinesische Außenhandel nur noch um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Die Exporte nach Europa fielen um 8,3 Prozent, während es mit den USA ein Minus von 5,4 Prozent gab. Zollsprecher Zheng Yuesheng führte den Rückgang des Außenhandels im zweiten Quartal auf schwache globale Nachfrage, den stärkeren Wechselkurs, höhere Arbeitskosten und verschiedene Handelsspannungen zurück.
Chinas Außenhandelsstatistik ist allerdings verzerrt, weil der Zoll seit Mai verstärkt gegen gefälschte Ausfuhrangaben vorgegangen ist, mit denen illegal „heißes Geld“ ins Land geholt wird. Dabei werden höhere Preise für Ausfuhren in Rechnung gestellt als sonst für die Waren angemessen wären. Auf diese Weise werden die strengen Regeln für Kapitalzuflüsse umgangen. So strömt Geld für Investitionen nach China, das die Handelsstatistik künstlich aufbläht.
Die jüngsten Zahlen dürften somit ein realistischeres Bild geben. So deutet der Abschwung in der weltweiten und heimischen Nachfrage auf eine weitere Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft hin. Experten rechnen damit, dass das Wachstum im zweiten Quartal bei 7,5 Prozent und damit unter den 7,7 Prozent im ersten Quartal liegen wird. Chinas Wirtschaft wuchs 2012 nur noch um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - so langsam wie seit 1999 nicht mehr. Am 15. Juli werden die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt.

Trotz des langsameren Wachstums hält die Zentralbank daran fest, den Geldhahn nicht weiter aufzudrehen. Ein Grund ist auch der unerwartet schnelle Anstieg der Inflation im Juni. Mit einem starken Zuwachs der Lebensmittelpreise legte der Verbraucherpreisindex um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu.

Kommentare (5)

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10.07.2013, 09:29 Uhr

China bricht ein, aber die Börsen & der Ölpreis steigen.

Macht Sinn.

Bin mal gespannt, was passieren muss, um das perverse Spiel zu beenden.

Kartenhaus

10.07.2013, 09:47 Uhr

Das ist die kurzfristige Spekulation. Der Markt ist eben noch voller Liquidität. Das Spiel kann aber jederzeit kippen.

TomXXX

10.07.2013, 11:30 Uhr

Dieses Heer von Analysten ist unglaublich. Das China wächst ist da ein Dogma. Und zwar unabhängig von allen Realitäten oder Rezessionen.

Es mag ja sein, dass Chinas Export durch die getarnten Geldströme geringer ist, aber wieso sind dann die Importe auch gesunken? Man kann das jetzt drehen und wenden wie man will... das ist eine realwirtschaftliche Rezession, natürlich kann man jetzt durch Aufblähen der Geldmenge ein Wachstum daraus machen. Oder einfach nur so die Zahlen frisieren.

Wie auch immer, das Schema ist bekannt, die nächsten Wirtschaftszahlen aus China werden wieder gut aussehen, die Zensur gibt den nutzlosen Analysten den Stoffe den man für Strg-C und Strg-V braucht! Und alles ist gut?

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