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10.03.2016

08:52 Uhr

Konjunktur

Dämpfer für Deutschlands Exporteure

Deutsche Exportfirmen haben im Januar weniger Waren ins Ausland verkauft. Schwach entwickelte sich vor allem der Außenhandel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Deutsche Exportfirmen haben im Januar weniger Waren ins Ausland verkauft. dpa

Hamburger Hafen

Deutsche Exportfirmen haben im Januar weniger Waren ins Ausland verkauft.

WiesbadenDeutsche Exportfirmen haben im Januar weniger Waren ins Ausland verkauft. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Ausfuhren um 1,4 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat Dezember gingen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent zurück.

Demgegenüber legten die Einfuhren im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent zu, wie die Statistiker weiter mitteilten. Im Vergleich zum Dezember stiegen die Importe kalender- und saisonbereinigt um 1,2 Prozent.

Besonders stark zurück gingen die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union. Gegenüber Januar 2015 nahmen die Exporte in sogenannte Drittländer um 5,0 Prozent ab und die Importe um 1,1 Prozent.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Die Exporte in EU-Länder nahmen im Vergleich zum Januar 2015 um 1,0 Prozent zu, während die Importe aus diesen Ländern um 3,0 Prozent anstiegen. Dabei waren die Ausfuhren in die Länder der Eurozone leicht rückläufig (minus 0,1 Prozent), während von dort 2,7 Prozent mehr Waren bezogen wurden. Der Außenhandel mit EU-Ländern, die nicht zur Eurozone gehören, nahm deutlicher zu: Hier stiegen die Exporte um 2,9 Prozent und die Importe um 3,8 Prozent.

Insgesamt führte Deutschland im Januar Waren im Wert von 88,7 Milliarden Euro aus. Die Importe hatten einen Wert von 75,2 Milliarden Euro.

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