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06.09.2011

15:27 Uhr

Konjunktur-Daten

Wirtschaft in Euro-Ländern stagniert fast

Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist im zweiten Quartal kaum noch gewachsen und nähert sich der Stagnation. Das BIP im gesamten Währungsgebiet stieg zwischen April und Juni nur um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie Eurostat mitteilte.

Kaum schwächeln Deutschland und Frankreich, schon bekommt auch die Euro-Zone Probleme. dapd

Kaum schwächeln Deutschland und Frankreich, schon bekommt auch die Euro-Zone Probleme.

BrüsselNoch im ersten Jahresviertel hatte es ein deutliches Plus von 0,8 Prozent gegeben. Grund für die nachlassende Dynamik ist vor allem, dass die beiden größten Volkswirtschaften, Deutschland und Frankreich, spürbar an Fahrt verlieren. Während die deutsche Wirtschaft nur noch ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent schaffte, stagnierte die französische sogar. Aber auch in den hoch verschuldeten Mitgliedsländern Spanien, Italien und Portugal ging es nur zaghaft bergauf. Die Aussichten trüben sich zusehends ein, denn die ungelöste Schuldenkrise belastet weiter und sorgt für Verunsicherung bei Unternehmen und Verbrauchern. Die privaten Haushalte gaben im Frühjahr 0,2 Prozent weniger aus als zu Jahresanfang. Die Exporte legten nur noch um zwei Prozent zu, nach zuvor ein Prozent.

Das schwächere Wachstum dürfte auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflussen. Hatten Experten unlängst noch eine dritte Zinserhöhung auf 1,75 Prozent für dieses Jahr fest einkalkuliert, so dürften die Frankfurter Währungshüter ihren Leitzins nun bis weit ins nächste Jahr unverändert bei 1,5 Prozent belassen. Die EZB-Spitze berät am Donnerstag über ihre Geldpolitik.

Die Euro-Zone steht mit der Konjunkturflaute aber nicht alleine da. Die schwindende globale Nachfrage macht auch anderen großen Wirtschaftsräumen zu schaffen. In den USA legte die Wirtschaftskraft ebenfalls nur um 0,2 Prozent zu, nach mageren 0,1 Prozent zum Jahresauftakt. Vor allem der schwache Arbeitsmarkt verhindert ein schwächeres Wachstum. US-Präsident Barack Obama will die Wirtschaft unter anderem mit Investitionen in die Infrastruktur ankurbeln. In Japan schrumpfte die Wirtschaftskraft sogar um 0,3 Prozent zum Vorquartal. An den Finanzmärkten geht bereits das Schreckgespenst einer globalen Rezession um.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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A.Kolb

06.09.2011, 15:56 Uhr

Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre hinsichtlich der
finanzpolitischen Entscheidungen, so erkennt man schlicht
eine grobe Verantwortungslosigkeit wider besseren Wissens.
Wer glaubt, dies würde sich in den nächsten zehn Jahren
ändern, verkennt die europäischen Strukturen. Schade um den
europäischen Traum !

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