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10.10.2016

09:00 Uhr

Konjunktur

Deutsche Exporte mit stärkstem Plus seit 2010

Mit einem Plus von über 5 Prozent haben die deutschen Exporte die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Warenausfuhren legten damit so stark zu wie seit 2010 nicht mehr. Doch mancher Ökonom warnt vor zu viel Euphorie.

Die deutschen Exporte sind so stark gestiegen wie seit 2010 nicht mehr. dpa

Container im Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind so stark gestiegen wie seit 2010 nicht mehr.

BerlinDie deutschen Exporte sind im August so kräftig gewachsen wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Die Warenausfuhren erhöhten sich um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. „Das ist die stärkste Zunahme seit Mai 2010“, erklärte ein Statistiker. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet. Im Juli waren die Exporte noch um 2,6 Prozent gefallen, was viele Experten mit den Werksferien in dem Ferienmonat begründeten.

Im Vergleich zum August 2015 kletterten die Exporte sogar um 9,8 Prozent auf 96,5 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich stark legten die Geschäfte mit den EU-Ländern zu: Hier gab es einen Zuwachs von 10,0 Prozent, weil besonders die Nachfrage in den nicht zur Euro-Zone gehörenden Staaten kräftig zunahm. „Die guten Nachrichten mehren sich“, erklärte Thomas Gitzel, Chefsvolkswirt der VP Bank. „Gut möglich, dass das Wachstum für das Gesamtjahr 2016 besser ausfällt als allgemein erwartet.“

Stefan Schilbe von der HSBC Trinkaus mahnt dagegen das „starke Ergebnis“ sei „sicher nicht der Beginn eines kräftigen Aufwärtstrends.“ Noch immer sei der Welthandel „sehr schwach“. Außerdem gäbe es neue Risiken wie die Gefahr eines harten Brexits. „Immerhin: Die Konjunktur in China hat sich stabilisiert“, so Schilbe.

Die Lieferungen in den Rest der Welt zogen um 9,6 Prozent an. In den ersten acht Monaten des Jahres nahmen die gesamten Exporte um 0,8 Prozent auf 795,7 Milliarden Euro zu. Der Außenhandelsverband BGA halbierte erst kürzlich seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr auf maximal zwei Prozent, da große Schwellenländer wie Russland und Brasilien schwächeln.

Die deutschen Importe erhöhten sich im August um 3,0 Prozent zum Vormonat und damit so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Hier hatten Ökonomen einen Anstieg von 0,7 Prozent auf dem Zettel. Die Exporte übertrafen die Importe kalender- und saisonbereinigt um 22,2 Milliarden Euro.

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rtr

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