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09.03.2012

13:25 Uhr

Konjunktur

Deutsche Exporte steigen stärker als erwartet

Nach einem starken Einbruch im Dezember wächst das deutsche Exportvolumen wieder. Grund dafür ist die starke Nachfrage nach deutschen Produkten aus Nicht-EU-Ländern. Gleichzeitig werden mehr Waren importiert.

Container werden für den Export im Hamburger Hafen auf ein Schiff verladen. dapd

Container werden für den Export im Hamburger Hafen auf ein Schiff verladen.

BerlinDie deutschen Exporte sind im Januar überraschend deutlich gestiegen. Sie legten um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet. Im Dezember waren die Ausfuhren mit 4,4 Prozent so stark eingebrochen wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Januar 2009 nicht mehr.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 85,9 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 9,3 Prozent mehr als im Januar 2011. Dafür sorgte die starke Nachfrage aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören. Die Exporte in diese Region stiegen um 15,4 Prozent und damit mehr als dreimal so stark wie die in die Euro-Länder zu. Deutschland profitierte zu Jahresbeginn vor allem von der starken Nachfrage aus den BRIC-Staaten Brasilien, Indien, Russland und China. Die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU wuchsen dreimal stärker als die Exporte in die EU-Staaten.

2011 waren die Exporteure in neue Dimensionen vorgestoßen: Erstmals wurde die Umsatzmarke von einer Billion Euro geknackt. Für dieses Jahr rechnet der Branchenverband BGA wegen der Schuldenkrise und der schwächeren Weltkonjunktur mit einem Wachstum von etwa sechs Prozent. Das wäre nur etwa halb so viel wie 2011. Die Exportaufträge der Industrie waren im Januar sogar um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat gefallen. „Mit Blick auf die positiven Entwicklungen in den aufstrebenden Schwellenländern bleiben wir daher auch für das Gesamtjahr positiv gestimmt“, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. Der BGA erwartet „mindestens sechs Prozent“ höhere Exporten in diesem Jahr. Demnach würde der Gesamtwert der deutschen Ausfuhren, der 2011 erstmals die Marke von einer Billion Euro übersprungen hatte, auf 1139 Milliarden Euro klettern. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sprach von einem gelungenen Jahresauftakt. Die deutsche Exportwirtschaft „weiß sich auch in schwierigerem außenwirtschaftlichen Umfeld zu behaupten.“

Die Importe stiegen zu Jahresbeginn um 2,4 Prozent zum Vormonat. Hier hatten Analysten ein Plus von 1,4 Prozent vorausgesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 72,8 Milliarden Euro eingeführt - 6,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen kalender- und saisonbereinigten Überschuss von 14,2 Milliarden Euro auf.

Von

rtr

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