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09.06.2017

12:45 Uhr

Konjunktur

Deutsche Exporte ziehen überraschend stark an

Die deutschen Exporte haben im April stärker angezogen als von Ökonomen im Vorfeld erwartet. Im Vergleich zum Vorjahreswert steht jedoch ein deutliches Minus. Nach der UK-Wahl herrscht zudem Unsicherheit.

Die Nachfrage aus dem drittgrößten Abnehmerland, Großbritannien, ist nach der Wahl gefährdet. dpa

Deutscher Export

Die Nachfrage aus dem drittgrößten Abnehmerland, Großbritannien, ist nach der Wahl gefährdet.

WiesbadenDeutschlands Exportunternehmen bleiben trotz eines Dämpfers auf Rekordkurs. Zwar schwächten sich das Tempo im April binnen Jahresfrist ab, gegenüber dem Vormonat legten die Ausfuhren jedoch zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im März hatten die Exporte den höchsten Monatswert seit 1950 erreicht. Die Schwankungen im Außenhandel setzten sich damit auf einem insgesamt erfreulichen Wachstumspfad fort, erklärte Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA.

Sorgen bereitet der Exportwirtschaft der Wahlausgang in Großbritannien, bei der die konservative Partei von Theresa May die absolute Mehrheit im Parlament verlor. Die Regierung werde für die nächsten Wochen und Monate gelähmt sein. „Wie es mit den unmittelbar bevorstehenden Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der EU nun weitergeht, steht damit auch ein Jahr nach dem Brexit-Referendum in den Sternen“, sagte Börner voraus. Das Vereinigte Königreich war im vergangenen Jahr der drittgrößte Einzelmarkt für „Made in Germany“.

Im April gingen nach Angaben der Wiesbadener Behörde insgesamt Waren im Wert von 101,0 Milliarden Euro aus Deutschland ins Ausland, das waren 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Einen deutlichen Rückgang von 6,3 Prozent gab es im Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU). Die Wareneinfuhren stiegen um 5,4 Prozent auf 83,0 Milliarden Euro.

Großbritannien: Industrien produziert etwas mehr

Großbritannien

Industrien produziert etwas mehr

Britische Unternehmen haben im April etwas mehr produziert als einen Monat zuvor – allerdings weniger als von Experten erwartet. Beim Handelsdefizit konnten die Briten jedoch positiv überraschen.

Gegenüber dem Vormonat legten die Ausfuhren um 0,9 Prozent zu. Volkswirte hatten mit einem schwächeren Plus gerechnet. Die Bilanz der ersten vier Monate des Jahres fiel ebenfalls positiv aus. Die Exporte summierten sich auf 420,4 Milliarden Euro – ein Plus von 5,5 Prozent. Importiert wurden Waren im Wert von 342,3 Milliarden Euro (plus 8,9 Prozent).

Seit Jahren führt Deutschland mehr Waren aus als es importiert. Im April wies die Handelsbilanz einen Überschuss von 18,1 Milliarden Euro aus. Die Exportstärke sorgt immer wieder für Kritik bei Handelspartnern. Besonders scharfe Töne kamen zuletzt von US-Präsident Donald Trump.

Für das Gesamtjahr traute der BGA dem Export zuletzt ein Plus von bis zu 2,5 Prozent auf 1,24 Billionen Euro zu. Es wäre das vierte Rekordjahr in Folge. Deutschland profitiert unter anderem von der anziehenden Weltkonjunktur.

Von

dpa

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