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13.05.2015

08:11 Uhr

Konjunktur

Deutsche Wirtschaft plagt Frühjahrsmüdigkeit

Die deutsche Wirtschaft ist schwach ins Jahre gestartet – und im ersten Quartal nur langsam gewachsen. Das BIP stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Die wackelige Weltkonjunktur lässt die Exporteure leiden.

Konjunktur

„Made in Germany“ ist 2015 weniger gefragt

Konjunktur: „Made in Germany“ ist 2015 weniger gefragt

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WiesbadenDas Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich zu Jahresbeginn wegen schwächelnder Exporte mehr als halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer ersten Schätzungen mitteilte. Ende 2014 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit 0,5 Prozent gerechnet, wobei die Prognosen von 0,4 bis 0,9 Prozent reichten.

Die exportabhängige Wirtschaft litt im ersten Quartal unter der wackligen Weltkonjunktur. Die Ausfuhren stiegen langsamer als die Einfuhren, wie die Statistiker erklärten. Besonders in großen Schwellenländern wie Russland und Brasilien läuft es derzeit nicht rund. Stütze der Konjunktur bleibt der Konsum.

Ökonomen zu den BIP-Zahlen

Holger Sandte, Nordea Bank

Ein schwächeres erstes Quartal folgt auf eine starkes viertes. Die wahre Reisegeschwindigkeit der deutschen Wirtschaft liegt dazwischen. Vor allem die Binnennachfrage läuft weiter gut. Der kräftige Anstieg des Importvolumens mindert zwar rechnerisch das Wachstum, ist aber kein schlechtes Zeichen. Er hat viel mit dem Rückgang der Energieprise zu tun. Die Aussichten vor allem für die Binnennachfrage sind aber weiter günstig. 1,5 bis zwei Prozent Wirtschaftswachstum sind in diesem Jahr drin, und die Arbeitslosigkeit dürfte weiter sinken.

Alexander Krüger, Bankhaus Lampe

Der robuste Zuwachs nach dem vierten Quartal ist eine gute Nachricht. Wir haben aber wie bisher einen Aufschwung zweiter Klasse, weil sich die Exporte und Investitionen weiter ohne Schwung entwickeln. Es gibt zudem noch einige Moll-Töne wegen der nur verhalten wachsenden Weltwirtschaft. 2015 liegt das Wachstum in Deutschland sicher eher bei 1,5 als bei zwei Prozent.

Andreas Scheuerle, Dekabank

In einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld konnte sich die deutsche Volkswirtschaft im ersten Quartal behaupten. Trotz eines sinkenden Welthandels expandierten die Exporte mit dem Rückenwind der Euro-Abwertung etwas. Die wesentlichen Impulse kamen jedoch von der Binnennachfrage und darunter vom Konsum. Der deutsche Verbraucher hatte weiterhin ideale Rahmenbedingungen: Eine sinkende Arbeitslosigkeit, hohe Lohnzuwächse, kaum Inflation und rekordniedrige Zinsen. Für die kommenden Quartale ist mit einer lebhafteren Konjunktur zu rechnen, denn dann wird sich die globale Konjunktur beleben und zu einer kräftigeren Exporttätigkeit führen, die auf eine weiterhin gute Binnennachfrage treffen wird.

Stefan Kipar, BayernLB

Die Zahl wirkt im ersten Moment enttäuschend. Es liegt aber vor allem daran, dass der Außenhandel gedämpft hat. Denn die Exporte sind zwar gestiegen, aber nicht so stark wie die Importe. Das deutet unverändert auf eine kräftige Binnennachfrage hin.

„Die privaten Haushalte und der Staat erhöhten ihre Konsumausgaben.“ Wegen der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation sitzt das Geld bei den Verbrauchern locker. Auch die Investitionen legten zu. "Sowohl in Bauten als auch in Ausrüstungen wurde deutlich mehr investiert." Der Bauboom wird von den anhaltend niedrigen Zinsen befeuert. Die Bundesregierung erwartet für dieses und nächstes Jahr ein Wachstum von jeweils 1,8 Prozent. 2014 waren es 1,6 Prozent.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

13.05.2015, 08:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Paul Rimmele

13.05.2015, 08:59 Uhr

@Ralph Weslend
freut mich ungemein, dass Sie von der "Sonne" und anderen geküsst werden.
Spitzen Beitrag! Aber völlig am Thema vorbei. Denken Sie daran, dass alles endlich ist,
auch Ihre sog. Glückssträhne, und Ihre Zeit natürlich auch.
Weiterhin viel Erfolg; wenn auch Super Mario der "Vater" ihrer Glücksphase ist,
hoffe Ihr Vehicel hält noch ein weilchen.

Herr richard roehl

13.05.2015, 09:40 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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