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14.12.2012

10:25 Uhr

Konjunktur

Deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs

Zum ersten Mal seit April mehren sich die Anzeichen für ein Konjunkturwachstum. Vor allem in der Dienstleistungsbranche schwellen die Umsätze an. Doch die schwachen Exportzahlen der deutschen Industrie lasten schwer.

Die Industrie kämpft weiterhin mit schlechten Absatzzahlen in Europa. dpa

Die Industrie kämpft weiterhin mit schlechten Absatzzahlen in Europa.

BerlinVersöhnlicher Jahresausklang für die deutsche Wirtschaft: Sie schwenkte im Dezember wieder auf einen Wachstumskurs - zum ersten Mal seit April. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft kletterte um 1,3 auf 50,5 Punkte, teilte das Markit-Institut am Freitag zu ihrer Umfrage unter 1000 Unternehmen mit. Damit liegt das Barometer wieder über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Wegen der schwachen Vormonate dürfte das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal aber nur stagnieren, sagte Markit-Ökonom Paul Smith.

Auffällig ist die große Diskrepanz zwischen dem Dienstleistern und der Industrie. Das Barometer für den Service-Sektor kletterte um 2,4 auf 52,1 Punkte. Das ist der höchste Stand seit acht Monaten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich 50,0 Zähler erwartet. Dagegen fiel der Index für die Industrie überraschend um 0,3 auf 46,3 Punkte und entfernte sich damit weiter von der Wachstumsschwelle.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

„Die Industrie belastet die Konjunktur", sagte Smith, und nennt auch einen wichtigen Grund dafür: „Die Exportumsätze in Europa sind weiterhin enttäuschend." Deshalb fielen Industriejobs weg, wenn auch nur wenige.

Von

rtr

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

14.12.2012, 10:41 Uhr

"Zum ersten Mal seit April mehren sich die Anzeichen für ein Konjunkturwachstum"

Jaajaaaaa.... :D :D

Numismatiker

14.12.2012, 10:50 Uhr

Himmelhochjauchzend - zu Tode betrübt.

Je schneller solche Prognosen zwischen "alles super" und "alles geht den Bach runter" aufeinander folgen, desto weniger ernst kann man solche Meldungen (egal welchen Inhalts) nehmen. Irgendwann werden die Artikel nur noch eines: komplett belanglos.

Account gelöscht!

14.12.2012, 11:08 Uhr

Der Zusatz muss noch lauten, uns Deutschen ging es noch nie so gut wie zur Zeit. Und das haben wir alles nur Europa und vor allem dem Euro zu verdanken.

Danke Frau Merkel, und danke an all die restlichen Volksvertreter im BT, die zum Glück standhaft die verblödeten Stammtischen ignorieren !

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