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28.03.2006

12:49 Uhr

Konjunktur

Finanzmärkte setzen auf höhere Zinsen

Die beschleunigte Kreditvergabe im Euro-Raum und der Stimmungsaufschwung unter deutschen Unternehmen werden die Europäische Zentralbank (EZB) nicht mehr lange mit der nächsten Zinserhöhung zögern lassen.

HB FRANKFURT. Das Wachstum der Geldmenge M3 beschleunigte sich nach den Daten der EZB vom Dienstag auf 8,0 Prozent. Der Zuwachs von Krediten an den privaten Sektor erreichte mit 10,3 Prozent den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Das Ifo-Geschäftsklima spiegelte mit einem überraschenden Anstieg um zwei auf 105,4 Punkte ungetrübten Optimismus der deutschen Unternehmen wider. Das Stimmungsbarometer liegt auf einem Niveau, das zuletzt zum deutschen Wiedervereinigungsboom vor 15 Jahren erreicht wurde.

Die Indikatoren sind nach Einschätzung von Analysten ein Zeichen für einen stärkeren Aufschwung im Euro-Raum. „Das alles weist darauf hin, dass Risiken für die Preisstabilität vorhanden sind, und das spricht für einen frühen Zinsschritt im Mai“, sagte Michael Schubert von der Commerzbank. Die üppige Ausstattung der Wirtschaft mit Geld ist einer der Gründe für den restriktiveren Kurs der EZB, die im Dezember die Zinswende einleitete. Seither hat die Zentralbank zwei Mal den Leitzins um 25 Basispunkte auf einen Stand von 2,50 Prozent angehoben.

Am Rentenmarkt rutschten die Kurse ab, da die aktuell gehandelten Papiere bei steigenden Zinsen unattraktiver werden. Am Geldmarkt wird einer Erhöhung im Mai inzwischen eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit beigemessen.

Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Dezember bis Februar) legte die Geldmenge um 7,6 Prozent zu. Das Geldmengenwachstum liegt schon seit rund vier Jahren weit über dem Referenzwert von 4,5 Prozent, bis zu dem die Geldversorgung nach Einschätzung der EZB nicht zu stärkerem Preisanstieg führt. Schon länger warnt die EZB, dass der historisch niedrige Leitzins das Geldmengenwachstum antreibt und in einigen Ländern die Nachfrage nach Immobilienkrediten explodieren ließ.

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