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30.05.2017

10:28 Uhr

Konjunktur

Frankreichs Wirtschaft wächst schneller als gedacht

Frankreichs Wirtschaft ist im ersten Quartal schneller gewachsen als erwartet – liegt damit aber hinter dem Durchschnitt der Eurozone. Im zweiten Quartal rechnen Experten jedoch mit einem weiteren Aufschwung.

Das französische Bruttoinlandsprodukt hat im ersten Quartal um 0,4 Prozent zugelegt. dpa

Frankreichs Wirtschaft wächst

Das französische Bruttoinlandsprodukt hat im ersten Quartal um 0,4 Prozent zugelegt.

ParisDie französische Wirtschaft ist zu Jahresbeginn etwas stärker gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. Das Statistikamt Insee korrigierte damit am Dienstag den zunächst ermittelten Wert von 0,3 Prozent leicht nach oben. Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone erwischte trotz der Aufwärtskorrektur einen vergleichsweise schwachen Start: In der Währungsunion insgesamt gab es ein Plus von 0,5 Prozent, in Deutschland von 0,6 Prozent.

Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass die Konjunktur im laufenden zweiten Quartal an Schwung gewinnt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen erreichte im Mai mit 102 Punkten den höchsten Stand seit fast zehn Jahren. Bereits im April waren die privaten Konsumausgaben um 0,5 Prozent gestiegen, nachdem es im März noch einen Rückgang um 0,1 Prozent gegeben hatte.

Was Macron sich für die Wirtschaft vornimmt

Steuern

Die Unternehmenssteuer soll von derzeit 33 auf 25 Prozent gesenkt werden. Die Steuergutschrift für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (CICE) soll umgewandelt werden in eine dauerhafte Entlastung für Arbeitnehmer mit niedrigen Löhnen.

Quelle: Reuters

Arbeitszeit

An der 35-Stunden-Woche soll festgehalten werden. Allerdings könnte sie flexibler geregelt werden, indem Betriebe über die tatsächliche Arbeitszeit mit ihren Beschäftigten verhandeln.

Geldverdiener

Sie sollen von bestimmten Sozialabgaben befreit werden. Dadurch könnten Niedriglohnempfänger einen zusätzlichen Monatslohn pro Jahr in ihren Taschen haben.

Investitionen

Binnen fünf Jahren sollen 50 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern investiert werden. 15 Milliarden Euro davon sollen in bessere Aus- und Weiterbildung gesteckt werden, um die Einstellungschancen von Jobsuchenden zu verbessern. Ebenfalls 15 Milliarden Euro sind eingeplant, um erneuerbare Energien zu fördern. Weitere Milliarden sind für die Landwirtschaft, die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, für Infrastruktur und das Gesundheitswesen gedacht.

Einsparungen

60 Milliarden Euro an Einsparungen sind bei den Staatsausgaben vorgesehen, die in Frankreich traditionell hoch sind. Zehn Milliarden Euro soll der erwartete Rückgang der Arbeitslosenquote von derzeit etwa zehn auf sieben Prozent bringen, indem die Ausgaben für Arbeitslosengeld sinken. Durch eine verbesserte Effizienz soll das Gesundheitswesen zehn Milliarden einsparen, weitere 25 Milliarden Euro die Modernisierung des Staatsapparates.

Bildung

In Gegenden mit niedrigen Einkommen soll die Schülerzahl auf zwölf pro Klasse begrenzt werden. Lehrer sollen als Anreiz für eine Arbeit in solchen Regionen einen Bonus von 3000 Euro pro Jahr bekommen. Alle 18-Jährigen sollen einen Kulturpass im Wert von 500 Euro erhalten, den sie beispielsweise für Kino-, Theater- und Konzertbesuche ausgeben können.

Die EU-Kommission sagt dem Land in diesem Jahr ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent voraus, nachdem es 2016 nur zu 1,2 Prozent gereicht hatte. Im kommenden Jahr sollen es dann 1,7 Prozent sein. 

Von

rtr

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