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27.02.2015

12:29 Uhr

Konjunktur

Griechenlands Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Im vierten Quartal lief es für Griechenlands Wirtschaft schlechter als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 0,4 Prozent. Auf Jahressicht wird das Land allerdings wohl ein Wachstum vorweisen können.

Die Wirtschaft in Griechenland hat sich zum Jahresende schlechter entwickelt als gedacht. dpa

Athen

Die Wirtschaft in Griechenland hat sich zum Jahresende schlechter entwickelt als gedacht.

AthenGriechenlands Wirtschaft kämpft nach einer Erholungsphase wieder mit stärkerem Gegenwind. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte zwischen Oktober und Dezember um 0,4 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Elstat am Freitag auf Basis revidierter Daten mitteilte. In einer Schnellschätzung war zunächst ein Minus von 0,2 Prozent ermittelt worden.

In den ersten drei Quartalen 2014 wuchs die Wirtschaft - im Sommer sogar um 0,7 Prozent. Trotz des Dämpfers zum Jahresende dürfte die Wirtschaft des klammen Ägäis-Landes nach sechs Rezessionsjahren 2014 daher erstmals wieder gewachsen sein. Die Jahresdaten sollen im März veröffentlicht werden.

Die nächsten Stationen im griechischen Schuldendrama

27. Februar

Genau drei Jahre, nachdem der Bundestag dafür gestimmt hatte, ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland aufzulegen, haben die Abgeordneten dieses um vier Monate verlängert. Damit soll Athen mehr Zeit bekommen, die Auflagen umzusetzen, damit noch nicht ausgezahltes Geld aus den Hilfstöpfen fließen kann. Das geschieht aber nicht sofort.

28. Februar

Um Mitternacht wäre das geltende Hilfsprogramm ausgelaufen.

Ende April

Bis dahin sollen Athen und die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang nur grob vereinbarten Reformvorhaben weiter ausarbeiten und mit konkreten Zahlen unterlegen. Sind alle einverstanden, kann Geld ausgezahlt werden. Dafür ist auch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags nötig.

Wie viele Euro Griechenland noch zustehen, ist nicht ganz klar. Da ist zum einen die noch ausstehende Tranche aus dem Hilfsprogramm von 1,8 Milliarden Euro. Außerdem liegen rund 1,9 Milliarden Euro aus Gewinnen der EZB mit griechischen Staatsanleihen bereit. Einschließlich weiterer Mittel des IWF hofft Athen auf eine Summe von 7,2 Milliarden Euro.

30. Juni

An diesem Tag läuft das nun verlängerte zweite Hilfsprogramm aus. Viele Fachleute und Finanzpolitiker gehen davon aus, dass anschließend ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig sein wird. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies nie ausgeschlossen. Ob und in welcher Höhe ein solches Programm kommt, dürfte für neue harte Debatten sorgen.

20. Juli

Griechenland muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Analysten zufolge dürfte Athen bis zu diesem Termin finanziell über die Runden kommen. Danach wäre das Land aber vermutlich auf weitere Hilfe angewiesen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

20. August

Weitere 3,2 Milliarden Euro an die EZB werden fällig.

Griechenland wurde 2010 und 2012 mit Milliardenhilfen von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vor der Staatspleite gerettet. Das gesamte Rettungspaket beläuft sich auf rund 240 Milliarden Euro. Bis Ende Juni muss die Regierung in Athen mit den Gläubigern ein detailliertes Reformpaket ausarbeiten und umsetzen. Erst dann sollen weitere Milliardenhilfen fließen. Der Bundestag hat mit überwältigender Mehrheit der Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms für Griechenland zugestimmt.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Franz Paul

27.02.2015, 13:33 Uhr

Griechenland? Wachstum? Haaaaahhaaaaahaaaaaa.... Halt! Doch! Bei den Schulden!

Account gelöscht!

27.02.2015, 13:48 Uhr

Das kommt von dem guten Weg, den Herr Dr. Schäufele erkannt hat. Klare Sichtweise und gutes Einfühlungsvermögen.

Herr Dieter Kühne

27.02.2015, 16:42 Uhr

Bei aller berechtigter Kritik an Griechenland, wie bitte kann man ein Wachstum erwarten, bei dem was durch die von keinem Gremium der EU kontrollierten

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