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07.10.2013

13:11 Uhr

Konjunktur hellt sich leicht auf

Dauerhafter Aufschwung nicht in Sicht

Von früheren Wachstumsraten ist Deutschland zwar noch weit entfernt, aber es geht spürbar aufwärts, meinen Wirtschaftsforscher. Für den Staat bleibe dennoch eine Menge zu tun – vor allem beim Thema Energiewende.

Konjunkturprognose

Die deutsche Wirtschaft brummt! Doch wie lange noch?

Konjunkturprognose: Die deutsche Wirtschaft brummt! Doch wie lange noch?

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BerlinDeutschlands Konjunkturaussichten hellen sich aus Sicht von arbeitgeber- wie gewerkschaftsnahen Instituten zunehmend auf. Ein dauerhafter kräftiger Aufschwung ist aber noch nicht in Sicht, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und das Institut für Makroökonomie (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Berlin mitteilten.

„Es ist ein Aufschwung ohne Fantasie, ein Aufschwung des "Ja, aber"“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. Ein Mindestlohn, wie ihn die SPD bei der Regierungsbildung fordert, werde die Konjunktur kaum trüben, wohl aber die Arbeitslosigkeit erhöhen.

Das reale Bruttoinlandsprodukt - der Wert der hergestellten Waren und Dienstleistungen unter Ausschluss der Preisentwicklung - wächst in Deutschland im nächsten Jahr aus Sicht des arbeitgebernahen IW um 1,5 Prozent. Das Düsseldorfer IMK ist mit seiner Prognose von 1,2 etwas zurückhaltender als die Kölner. Es hält es anders als das IW auch für möglich, dass der Haushaltsstreit in den USA die Aussichten eintrübt.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

„Wir sind in der Phase eines konjunkturellen Übergangs von einer Schwächephase zu einer Aufschwungphase“, sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Ähnlich wie Hüther sieht er die gestiegene Binnennachfrage als Stütze der Konjunktur - das heißt, die Deutschen geben nach kräftigen Lohnsteigerungen und angesichts niedriger Zinsen mehr Geld aus als in früheren Jahren. Für das laufende Jahr erwartet das IW nach einem schwachen Winter noch ein Wachstum von gut 0,5 Prozent, das IMK rechnet mit 0,4 Prozent.

Für 2014 stimmt es die Forscher hoffnungsvoll, das wichtige Handelspartner in Europa nach der Rezession die Talsohle erreicht haben dürften. Die Exporte zögen deshalb wieder an. Zudem zeichne sich ab, dass die Unternehmen wieder mehr in ihre Anlagen investieren.

Beide Institute forderten, dass auch der Staat mehr investiert - in Straßen, Schienen und Brücken, laut IMK auch in Bildung. Horn verwies auf Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wonach 300 Milliarden Euro notwendig seien.

Dies sei in den nächsten 10 bis 15 Jahren abzuarbeiten, forderte Horn und schlug zur Finanzierung höhere Steuern auf Vermögen, Erbschaften, Kapitalgeschäfte und hohe Einkommen vor. Das IW warnte dagegen vor Steuererhöhungen. Die Staatseinnahmen stiegen in den nächsten Jahren um rund zweieinhalb Prozent jährlich, was allein 2014 zu einem Überschuss von 15 Milliarden Euro führe.

Konjunkturprognose

IW-Chef Hüther: „Der Aufschwung kommt gemäßigt“

Konjunkturprognose: IW-Chef Hüther: „Der Aufschwung kommt gemäßigt“

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Von

rtr

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

07.10.2013, 10:50 Uhr

" „Gleichzeitig müssen die Steuer- und Abgabenlasten sinken, ohne dabei die Haushaltskonsolidierung aus den Augen zu verlieren“, mahnte das Institut. "

Klasse Idee und wo kommt das Geld dafür her? Steigen wir endlich aus Euro und EU aus? Zahlen wir nichts mehr für den Brüsseler Moloch? Verringern wir die Zahl der Abgeordneten im Bundestag um zwei Drittel? Erhalten abgehalfterte Politiker nur noch einen Regelsatz in Höhe der Grundsicherung im Alter? Wenn ja, dann könnte das Etwas werden.

*Ich werde ja wohl mal träumen dürfen...

clolide

07.10.2013, 11:19 Uhr

@ saythetruth

Ich bin ganz Ihrer Meinung! Wir werden hier an der Nase herumgeführt. Es gibt eindeutige Beweise für den Yeti und Bigfoot, aber durch gezielte Falschmeldungen und irreführende Berichterstattung wird der Yeti geleugnet..und die AfD..und Bigfoot...

Account gelöscht!

07.10.2013, 11:23 Uhr

Bitte nicht weinen und bockig werden, nur weil Ihre AfD bei der Wahl verloren hat. Einfach mal die Fre... halten und keine Verschwörungstheorien verbreiten.

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