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25.01.2013

10:31 Uhr

Konjunktur

Ifo-Geschäftsklima steigt weiter

Es könnte die Wende zum Besseren sein: Im dritten Monat in Folge steigt der Ifo-Geschäftsklimaindex, die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt gut.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Januar auf 104,2 Punkte von 102,4 Zählern im Dezember. dpa

Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Januar auf 104,2 Punkte von 102,4 Zählern im Dezember.

BerlinDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Januar den dritten Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte um 1,8 auf 104,2 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut am Freitag mit. Das ist der beste Wert seit Mitte 2012. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Plus auf 103,0 Punkte erwartet. Drei Anstiege in Folge signalisieren eine Wende zum Besseren. "Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsvoll ins neue Jahr", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Damit mehren sich die Hinweise, dass die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn wieder wächst. Im vierten Quartal 2012 war sie mit 0,5 Prozent erstmals seit einem Jahr geschrumpft - und das so stark eingebrochen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Die 7000 befragten Manager bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate erneut besser: Das Barometer kletterte um 2,5 auf 100,5 Punkte, während Ökonomen nur mit 99,0 Punkten gerechnet hatten. Die Lage wurde ebenfalls besser eingeschätzt. Dieser Index legte um 0,9 auf 108,0 Zähler zu, womit die Analystenprognose von 107,2 Zählern übertroffen wurde.

Besonders deutlich hat sich die Stimmung in der Industrie verbessert. "Der Optimismus kehrt zurück", sagte Sinn. Die Unternehmen würden ihre Maschinen und Geräte wieder stärker auslasten. Auch bei den Dienstleistern und in der Baubranche ging es bergauf, im Groß- und Außenhandel hatten dagegen die Pessimisten Zulauf.

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Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen rechnen mit einer Rückkehr auf dem Wachstumspfad. Sie sagen für das erste Quartal ein Plus von 0,2 Prozent voraus, das sich im Frühjahr auf 0,3 Prozent und in der zweiten Jahreshälfte auf 0,4 Prozent steigern soll. "Die Unternehmen haben 2012 abgehakt", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Die Weltwirtschaft erholt sich, die Planungsunsicherheit lässt nach." Gleichzeitig steige der Konsum dank hoher Beschäftigung und steigender Reallöhne.

Kommentare (11)

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Gast

25.01.2013, 10:37 Uhr

Der Ifo steigt, und nicht nur die Banken entlassen immer mehr Mitarbeiter. Wer da wohl den besseren Durchblick hat?

Hagbard_Celine

25.01.2013, 10:52 Uhr

Der Anteil der Banken an der Wirtschaftsleistung beträgt historisch rund 4% in den USA, momentan sind wir dort noch bei über 7%.

Die Zahlen für Europa kenne ich nicht aber sie dürften ähnlich sein gemäß dem "monkey see, monkey do" Prinzip das Europas Chefetagen immer noch weitgehend an die der USA koppelt.

Im Prinzip bedeutet das ganz einfach das Banken in großen Stil sich Geld geliehen haben um auf eigene Rechnung Geschäfte zu machen, wie die Geschichte augegangen ist wissen wir ja alle.

Schuster bleib bei deinen Leisten...

Die Banken werden ihre Bilanzen schrumpfen müssen und damit werden auch zwangsläufig Mitarbeiter entlassen.

Das ist eine Normalisierung, nichts weiter.

Ich vermute wir sehen guten Zeiten entgegen, insbesonders in Europa.

Account gelöscht!

25.01.2013, 10:53 Uhr

Die Bundestagswahl naht! Mehr braucht man zu den bisherigen und künftigen Meldungen zu "Konjunkturparametern" nicht zu sagen.

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