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20.12.2011

10:37 Uhr

Konjunktur

Ifo-Index überraschend gestiegen

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft haben sich überraschend verbessert: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Dezember den zweiten Monat in Folge gestiegen. Eine Trendwende ist aber noch nicht in Sicht.

Gute Konjunkturdaten erfreuen die Märkte

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Berlin/MünchenÜberraschender Stimmungswechsel zum Jahresende: Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg nach November den zweiten Monat in Folge auf 107,2 Zähler von 106,6 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang des Index um 0,5 auf 106,1 Punkte erwartet und die Stimmungsaufhellung im November als Ausreißer bezeichnet.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

„Die deutsche Wirtschaft scheint dem Abschwung Westeuropas erfolgreich zu trotzen“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser und schätzten die aktuelle Lage unverändert positiv ein. Der Wert blieb wie in den beiden Vormonaten bei 116,7 Punkten. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate verbesserten sich von 97,3 auf 98,4 Punkte.

Für eine Trendwende ist es allerdings noch zu früh: Vor Dezember war Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer viermal in Folge gesunken. Seit Juli ist der Ifo-Index so stark eingebrochen wie seit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers nicht mehr.

„Ein versöhnliches Jahresende“, kommentierte Rainer Sartorius, Volkswirt von HSBC Trinkaus, die Entwicklung des Index. „Die Zahlen stimmen zuversichtlich, dass die deutsche Konjunktur nicht wegbricht. Das erste und zweite Quartal 2012 werden zwar sicher schwach, aber wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf wieder Fahrt aufnimmt.“

„Zwar steigt der Ifo-Index auch im Dezember leicht an, das Risiko für das deutsche Wachstum hat in den vergangenen Wochen aber dennoch deutlich zugenommen“, mahnt Jörg Zeuner von der VP Bank. „Die europäische Schulden- oder Vertrauenskrise bleibt die größte Unbekannte für den künftigen Wirtschaftsgang“.

Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt. Für den Gradmesser der Wirtschaft befragt das Ifo-Institut monatlich etwa 7.000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate bewerten.

Kommentare (9)

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Neutral

20.12.2011, 10:47 Uhr

Ueberraschend??? Wie immer irren die "Experten" - die Schreibtischstrategen. Wer im deutschen Mittelstand zu Hause ist und Auftraege nicht abarbeiten kann oder ablehnen muss, der schuettelt nur so den Kopf ueber die Schwarzmaler. So auch dieses Mal!

Account gelöscht!

20.12.2011, 10:52 Uhr

Alle Welt will uns seit Monaten eine Krise einreden, selbst das Handelsblatt setzt auf den " Pessimismus-Hype " - nur sie will einfach nicht kommen. Irgendwie schon doof, gelle !
Die chronisch depressiven Negativ-Denker sollten einfach mal zum Psychiater gehen. Das wird dann schon wieder !!!

Account gelöscht!

20.12.2011, 11:04 Uhr

Dies ist genau auch meine Meinung, und ich habe sie schon oft hier wiedergegeben.

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