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12.03.2016

09:26 Uhr

Konjunktur in China

Industrieproduktion so schwach wie zuletzt 2008

In China mehren sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der Volkswirtschaft. Zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums schließt Chinas Notenbank jedoch exzessive Konjunkturstimuli aus.

Seit Beginn der Konjunkturabkühlung stützt die chinesische Notenbank die Wirtschaft mit verschiedenen Maßnahmen. dpa

Finanzviertel von Shanghai

Seit Beginn der Konjunkturabkühlung stützt die chinesische Notenbank die Wirtschaft mit verschiedenen Maßnahmen.

PekingDie chinesische Industrie produzierte zu Jahresbeginn so wenig wie zuletzt im November 2008, wie das Statistikamt am Samstag bekanntgab. Die Industrieproduktion habe im Januar und Februar lediglich um 5,4 Prozent zugelegt. Im Dezember war noch ein Plus von 5,9 Prozent verzeichnet worden.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten für die ersten zwei Monate des Jahres damit gerechnet, dass die Produktion um 5,6 Prozent anzieht. Die schwache Entwicklung dürfte den Druck auf die Politik erhöhen, weitere Schritte zu ergreifen, um die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA anzukurbeln. Zumal auch die Einzelhandelsumsätze im Januar und Februar unter den Erwartungen ausfielen. Sie stiegen um 10,2 Prozent, während Aufschläge von 10,8 Prozent prognostiziert wurden. Positive Signale kamen lediglich von den Anlageinvestitionen. Sie legten im Januar und Februar um 10,2 Prozent zu. Experten hatten nur mit 9,5 Prozent gerechnet.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Chinas Notenbank schließt jedoch exzessive Konjunkturstimuli zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums aus. Dies sei nicht nötig, um die Wachstumsziele zu erreichen, sagte Notenbankgouverneur Zhou Xiaochuan am Samstag auf einer Pressekonferenz in Peking. Im vergangenen Jahr war die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft hinter den USA um 6,9 Prozent gewachsen und damit so langsam wie seit 25 Jahren nicht.

Zhou befürchtet, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik den Abwärtsdruck auf die Landeswährung Yuan erhöht und die Kapitalabflüsse weiter anfacht. Zhou betonte zugleich, dass die Zentralbank im Falle unvorhersehbarer wirtschaftlicher Schocks - national oder international - flexibel agieren werde. Dann seien jederzeit dynamische Anpassungen möglich.

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China will seine Wirtschaft auf ein neues Fundament stellen. Dass dieser Umbau besser schnell gelingen sollte, zeigt der schwache Außenhandel des Landes. Denn die Nachfrage nach Produkten aus dem Land sinken dramatisch.

Seit Beginn der Konjunkturabkühlung stützt die chinesische Notenbank die Wirtschaft mit verschiedenen Maßnahmen. Erst Ende Februar erklärte sie, Banken müssten künftig weniger Kapital als Mindestreserve vorhalten. Zudem wurden seit November 2014 die Leitzinsen sechsmal gesenkt. Trotzdem lahmt die Wirtschaftslokomotive. Zu Jahresbeginn produzierte die chinesische Industrie so wenig wie zuletzt im November 2008, wie das Statistikamt am Samstag bekanntgab.

Von

rtr

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