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04.02.2015

12:10 Uhr

Konjunktur in der Euro-Zone

Euro-Wirtschaft weiter im Aufwärtstrend

Mit der Konjunktur in der Euro-Zone geht es weiter bergauf. Besonders Deutschland, Italien und Spanien legten im Januar zu. 2015 soll demnach auch der private Konsum anziehen. Doch es gibt auch ein großes Sorgenkind.

Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister für Wachstum in der Euro-Zone erreicht den höchsten Wert seit Juli. dpa

Die Kassen klingeln

Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister für Wachstum in der Euro-Zone erreicht den höchsten Wert seit Juli.

BerlinDie Wirtschaft der Euro-Zone hat ihre Erholung zum Jahresauftakt verstärkt fortgesetzt. Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister legte im Januar um 1,2 auf 52,6 Punkte zu, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte.

Das ist der höchste Wert seit Juli. Ab 50 Zählern signalisiert das Barometer Wachstum. Von den vier großen Volkswirtschaften der Euro-Zone ging es in Deutschland, Italien und Spanien bergauf, Frankreich setzte indes seine Talfahrt den neunten Monat in Folge fort. Die Daten signalisierten ein Wachstum im Euro-Raum von rund 0,3 Prozent im ersten Quartal, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Die Euro-Familie und der Rest der EU

Nachwuchs

Die Euro-Familie hat Nachwuchs bekommen: Mit Litauen sind von 2015 an 19 der 28 EU-Staaten Mitglied der Eurozone. Wie geht es weiter? Die meisten der anderen neun Länder haben keine Wahl. Fast alle müssen aufgrund der EU-Verträge der Währungsunion beitreten, sobald sie dafür reif sind.

Rumänien

Das Land will den Euro nach letztem Stand 2019 einführen. Dies hatte die Regierung Anfang Mai in Brüssel angemeldet. Allerdings ist die Zustimmung in der Bevölkerung kontinuierlich gesunken.

Tschechien

Der deutsche Nachbar ist nach Ansicht der Regierung noch längst nicht bereit für den Euro. Als möglichen Termin hat sie zuletzt das Jahr 2020 genannt.

Ungarn

Die rechts-konservative Regierung des Landes strebt in absehbarer Zeit nicht an, den Forint durch den Euro zu ersetzen: „Wir sprechen da nicht vom nächsten Jahr, sondern vom nächsten Jahrzehnt oder den nächsten zwei oder drei Jahrzehnten.“ In der Bevölkerung ist eine knappe Mehrheit der Bevölkerung für die Einführung des Euro.

Bulgarien

In dem Land ist der Euro derzeit kein Thema. Das Land werde den Euro einführen, „allerdings nicht um jeden Preis“, lautet das Credo der Regierung. Rund zwei Drittel der Bulgaren wollen die heimische Währung Lew nicht durch den Euro ersetzen.

Kroatien

Auch für Kroatien ist der Abschied von der Landeswährung Kuna kein Thema, zumal die Wirtschaft des jüngsten EU-Mitgliedslandes faktisch schon intensiv mit dem Euro arbeitet. So werden viele Preise auch in Euro angegeben. Notenbankchef Boris Vujcic hält einen Beitritt vor 2019 für unmöglich; die Öffentlichkeit ist gegen den Euro.

Vereinigtes Königreich

Die Briten haben das vertraglich zugesicherte Recht, das Pfund zu behalten, auch wenn sie für den Euro qualifiziert wären. Sie gehören nicht zum Europäischen Wechselkursmechanismus, der als „Vorzimmer“ zum Euro gilt. Bei den euroskeptischen Briten ist keine Abkehr von diesem Sonderweg in Sicht.

Dänemark

Auch die Dänen hat das Recht, sich gegen die Euro-Einführung zu sperren. Im Jahr 2000 entschieden sich die Dänen in einer Volksabstimmung dagegen, die eigene Krone zugunsten der Gemeinschaftswährung aufzugeben. Dänemark gehört zum Europäischen Wechselkursmechanismus.

Schweden

Die Schweden hatten sich in einer Volksentscheidung 2003 gegen eine Ablösung ihrer Krone durch den Euro ausgesprochen. Aktuell verhindert das Land einen Euro-Beitritt, indem es kein Mitglied des Wechselkursmechanismus ist. Vertraglich ist aber geregelt, dass Schweden beitreten muss, sobald es reif für den Euro ist.

Polen

Die Polen haben es mit dem Beitritt zur Eurozone nicht eilig. Die Regierung will sich noch nicht auf ein Datum für die Einführung des Euro festlegen. Es sei zu früh, einen Zeitpunkt zu nennen, heißt es in Warschau.

Das angekündigte Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren dürfte das Wachstum in den kommenden Wochen noch verstärken, fügte der Experte hinzu. „Allerdings bestehen nach wie vor viele Risiken, einschließlich der drohenden Eskalation der Griechenland-Krise und des politischen Konflikts mit Russland", sagte Williamson. Das Barometer allein für die Dienstleister legte ebenfalls zu. Es stieg um 1,1 auf 52,7 Punkte.

Die Erholung wird sich laut Experten auch bald auf den Konsum auswirken. Die Deutschen werden 2015 nach Ansicht der GfK-Marktforscher spürbar mehr Geld ausgeben. Der private Konsum werde real um 1,5 Prozent wachsen und damit genauso stark wie das Bruttoinlandsprodukt, sagte GfK-Chef Matthias Hartmann am Mittwoch in Nürnberg.

Im vergangenen Jahr lag das Plus dem Statistikamt zufolge nur bei 1,1 Prozent. Der Einzelhandel werde von dem Anstieg in diesem Jahr allerdings nur wenig profitieren, fügte Hartmann hinzu. Denn die Verbraucher geben ihr Geld lieber für Immobilien, Renovierungen und Reisen aus. Für die gesamte Europäische Union erwartet die GfK einen Anstieg der privaten Ausgaben zwischen 1,0 und 1,5 Prozent.

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Auch europaweit wirkt sich der Aufwärtstrend auf – zumindest auf die Stimmung der Verbraucher, die sich sich zum Jahresende wieder etwas aufgehellt hatte. Der Konsumklimaindex für alle 28 EU-Länder sei im Verlauf des vierten Quartales 2014 um 1,3 Punkte auf 5,5 Zähler gestiegen, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Mittwoch in Nürnberg mit.

Nach der Verunsicherung durch zahlreiche internationale Krisen im Spätsommer und Herbst habe in den meisten Ländern im vergangenen Quartal der Optimismus wieder die Oberhand gewonnen. „Zwar sind viele Indikatoren nach wie vor im negativen Bereich, der Trend zeigt aber fast durchgängig nach oben“, erläuterten die Konsumspezialisten

Kommentare (1)

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Herr Günther Schemutat

04.02.2015, 12:19 Uhr

Das Deutsche Banken und Sparkassen sich mit Abermillionen billiges Spielgeld versorgen können, hat dazu geführt das der Dax explodiert und dann nach Gewinnmitnahmen wieder sinkt und wieder steigt usw.. Start up Unternehmen die mit dem Geld gefördert werden sollen und Kredite zur Investion sind für Banken viel zu gefährlich .Lieber verzockt man das Geld in Europa und hofft auf Gewinne .

Europa selber ist pleite.Jedes Land hat Schulden und Deutschland mit 2 Billionen Euro Schulden würde nach einem Wirtschaftscrash von Amerika abgewertet um dann an die billigen Firmen zu kommen.

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