Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.05.2015

14:23 Uhr

Konjunktur in der Euro-Zone

Griechenland fällt zurück in die Rezession

Die Euro-Wirtschaft wächst so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Deutschland bleibt dabei allerdings hinter den Erwartungen zurück und das von der Staatspleite bedrohte Griechenland ist zurück in der Rezession.

Sorgenkind Griechenland dagegen fällt zurück in die Rezession. dpa

Die Konjunktur der Eurozone nimmt an Fahrt auf

Sorgenkind Griechenland dagegen fällt zurück in die Rezession.

Brüssel/Athen/BerlinDie griechische Wirtschaft ist in die Rezession zurückgefallen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Am Jahresende 2014 war die Wirtschaftsleistung sogar um 0,4 Prozent gefallen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Griechenland war 2014 nach jahrelanger Krise erstmals wieder gewachsen: Das Bruttoinlandsprodukte kletterte um rund 0,8 Prozent. Der anhaltende Schuldenstreit untergräbt die wirtschaftliche Gesundung. Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 statt bislang 2,5 Prozent.

Die Konjunktur im gesamten Euro-Raum nimmt dagegen spürbar Fahrt auf. Von Januar bis März wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 19 Staaten des Euroraums im Vergleich zu den drei Monaten davor um 0,4 Prozent, berichtete die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch 0,3 Prozent betragen. Sowohl Griechenland als auch Finnland verbuchten zwei Vierteljahre hintereinander mit schrumpfender Wirtschaft.

Italien lässt die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg hinter sich. Im ersten Quartal 2015 legte die Wirtschaft um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Das berichtete die nationale Statistikbehörde Istat in Rom. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone hatte zuvor eine lange Durststrecke ohne Wachstum in 14 aufeinanderfolgenden Quartalen.

Lichtblick auch in Frankreich: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Nummer Zwei im Euroland stieg von Januar bis März um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee in Parismitteilte. Das ist deutlich mehr als im Schlussquartal 2014, als die Wirtschaft stagnierte.

Konjunktur: Deutsche Wirtschaft plagt Frühjahrsmüdigkeit

Konjunktur

Deutsche Wirtschaft plagt Frühjahrsmüdigkeit

Die deutsche Wirtschaft ist schwach ins Jahre gestartet – und im ersten Quartal nur langsam gewachsen. Das BIP stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Die wackelige Weltkonjunktur lässt die Exporteure leiden.

Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Wirtschaft der Euro-Zone im laufenden Jahr insgesamt um 1,5 Prozent wachsen wird. Für das kommende Jahr werden 1,9 Prozent erwartet. Der Aufschwung in Europa wird vor allem von günstigen Ölpreisen und dem schwachen Euro angeheizt.

Die Volkswirte der Commerzbank teilten mit, die Wirtschaft im Euroraum sei ordentlich ins Jahr 2015 gestartet. Doch von einem kräftigen Aufschwung könne man noch nicht sprechen. Im weiteren Verlauf des Jahres erwarte man ein etwas schwächeres Wachstum.

Laut Eurostat wuchs die Eurozone im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1 Prozent, nach 0,9 Prozent im Vorquartal.

Die Wachstumszahlen in den einzelnen Mitgliedstaaten weichen stark voneinander ab. Zypern erreichte nach einer Rezession im Vergleich zum Vorquartal nun ein Plus von 1,6 Prozent, Spanien kam auf 0,9 Prozent, Frankreich auf 0,6 Prozent. Deutschland schnitt laut den Chefstatistikern mit 0,3 Prozent leicht unterdurchschnittlich ab. Griechenland kam auf minus 0,2 Prozent, Finnland auf minus 0,1 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Teito Klein

13.05.2015, 14:54 Uhr

Die griechische Tragödie - nächster Akt
--------------------
Griechenland ist pleite und nicht in der Rezession.
Da nützt auch kein Schönreden.
Griechenland verweigert sich jeglichen Reformen. Für sie ist das "Teufelszeug".
Es bleibt lieber in der alten Tradition der "Vetternwirtschaft".
Da werden Posten nach Parteibuch vergeben.

Ein Beispiel dafür liefert ein Beitrag aus dem Tagesspiegel:
Griechenland, der geplünderte Staat
http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-der-gepluenderte-staat-/4162448.html

Freie Tage hatten 28 Stunden, und Urlaube im Luxushotel bezahlte der Fiskus. Staatsangestellte hatten in Griechenland viele Privilegien. Jetzt sind diese durch den Sparkurs bedroht, und Gewerkschafter Nikos Fotopoulos sagt: "Das werden wir nicht zulassen".

Generationen von Griechen haben davon geträumt, einen Job bei der DEI oder einem der anderen Staatsbetriebe ergattern zu können. Und die Politiker haben diese Träume erfüllt. Wer einem Schulabgänger einen krisenfesten Job bei den Gas- oder Wasserwerken besorgte, konnte auf die Wählerstimmen der ganzen Großfamilie rechnen. Der Staat war in die Rolle eines Bittstellers geschlüpft. Beamte erhielten eine Prämie, wenn sie pünktlich zum Dienst erschienen. Auch bei Staatsbetrieben wie dem Mineralölkonzern Hellenic Petroleum wurde die Loyalität der Beschäftigten teuer erkauft, mit 18 Monatslöhnen im Jahr. Ein Nachtwächter verdient 72 000 Euro im Jahr. Und jeder Angestellte darf auf Firmenkosten fünf Tage im Jahr mit seiner ganzen Familie in einem Luxushotel verbringen. Bei der Stadtbahngesellschaft ISAP verbringen Triebwagenführer die Hälfte der Achtstundenschicht mit Pausen, ganz offiziell. Bei den Staatsbahnen OSE haben die freien Tage der Lokführer nicht 24, sondern 28 Stunden.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×