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13.11.2015

12:53 Uhr

Konjunktur in Deutschland

Die nächste Rezession kommt bestimmt

VonAxel Schrinner

Noch wächst die deutsche Wirtschaft. Doch für die robuste Wirtschaftslage gibt es keine Garantie. Spätestens bei der nächsten Rezession rächen sich die wirtschaftspolitischen Sünden der Vergangenheit.

Bislang habe die Große Koalition jedenfalls nicht dadurch geglänzt, den Standort Deutschland zu stärken, kommentiert Axel Schrinner. dpa

Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Horst Seehofer

Bislang habe die Große Koalition jedenfalls nicht dadurch geglänzt, den Standort Deutschland zu stärken, kommentiert Axel Schrinner.

Die deutsche Wirtschaft scheint nahezu unerschütterlich. 0,3 Prozent Wachstum im dritten Quartal – trotz der Beinah-Pleite Griechenlands, Abkühlung in China und anderen Schwellenländern, Flüchtlingswelle und Ausbruch des VW-Skandals. Das ist zwar kein Boom, aber doch eine sehr solide Performance.

Details liegen zwar noch nicht vor. Doch das Statistische Bundesamt deutete an, dass der Außenhandel und die Investitionen das Wachstum gedämpft haben, während privater und staatlicher Konsum den Aufschwung beflügelten. Nun mag ein solcher Binnenaufschwung zwar eine Weile gutgehen, doch ohne Ausrüstungsinvestitionen und starker Industrie wird das Wachstumstempo auf Dauer kaum zu halten sein.

Axel Schrinner

Axel Schrinner

Redakteur für Steuer- und Finanzpolitik.

So schrumpften im dritten Quartal Umsatz und Produktion der deutschen Industrie bereits leicht, die Aufträge brachen regelrecht ein. Das verheißt wenig Gutes für das laufende vierte Quartal. Denn nach einer Faustregel werden etwa ein Drittel der Aufträge im laufenden, ein Drittel im kommenden und ein Drittel in späteren Quartalen abgearbeitet.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, hat in den vergangenen Wochen erneut zugenommen. Das gewerkschaftsnahe IMK geht von einer Rezessionswahrscheinlichkeit von 21,8 Prozent aus. Im Oktober lag der Wert bei 20,6 Prozent. Vor allem aus den Ländern des Euroraums seien zuletzt spürbar weniger Aufträge eingegangen.

Zudem hätten sich die Stimmungsindikatoren abgeschwächt. Gesamtwirtschaftlich ausgeglichen wird die Schwäche der Industrie vom steigenden Staatskonsum infolge des Flüchtlingsstroms. Der Private Konsum profitiert von einer guten Arbeitsmarktsituation, starken Lohnzuwächsen, niedrigen Zinsen und Nullinflation.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

13.11.2015, 11:52 Uhr

Statistiken sagen nichts aus. Vorallen wenn Prostitution und Hehlerarbeiten mit in diese Statistik fließen.
Und die zerstörerische Energiewende mit ihrem marktfeindlichen Abgabenzwangssubventionsgesetz führt schon seit einen Jahren dazu, dass die Wertschöpfung und damit der Mehrwert der Kraftwerkskonzerne von EON, RWE und ENBW zerstört wird und damit gut bezahlte Arbeitsplätze vernichtet und die Dividendenzahlung für die öffentliche Hand ( Kommunen, Städte und Länder) ausbleibt. Mehrkosten entstehen durch diese asoziale und wertvernichtende Energiewende = EEG.
Und dies wird sich NEGATIV auf die gesamte Volkswirtschaft auswirken. Strompreis steigt und die Stromversorgung wird mangelhafter. Spitzenforschung und Entwicklung werden nach und nach aus Deutschland abwandern und wir werden in einer Mangel und Armutsgesellschaft aufwachen. Mit all unseren illegalen Einwandereren. Und dann geht das Hauen und Stechen erst richtig los. Der soziale Friede ist mit dieser Energiewende eines marktfeindlichen = gesellschaftsfeindlichen EEG massiv gestört. In Verbindung mit dem Asylrechtsbruch wird es in Deutschland eine Zukunft geben, die sich heute noch keiner so richtig vorstellen und auch nicht wünschen würde.

Herr Günther Schemutat

13.11.2015, 11:55 Uhr

Die größte Sünde ist die Lüge von den 2,7 Millionen Arbeitslosen die es gibt und
die Million Fachkräfte die wir aus dem Ausland dringend brauchen. Während hier 4 Millionen Hartz 4 Empfänger spazieren gehen müssen und auch noch Residenzpflicht haben weil sie ja immer erreichbar sein zu müssen. Dazu kommen nun noch Hundertausende Flüchtlinge unregestriert von denen keiner weis wer sind diese Leute. Die Regierung wird sehen wie schnell eine Wirtschaft
nachlässt wenn die Gesellschaft auf Konfrontation geht.

In Hamburg wird der Hafenumschlag immer weniger dank der Sanktionen gegen Russland.

Abert Erdogan 3 Milliarden geben in seinen Kampf gegen die Kurden , die als nächstes wieder flüchten müssen.

Account gelöscht!

13.11.2015, 12:01 Uhr

Menschen, die von der sozialen Stütze (Sozialtransferleistungen) leben, die geben Steuergelder aus und kein selbsterwirtschaftetes Geld. Es sind Leistungsempfänger und keine Leistungsträger. Nur mal so!
Mit Sozialtransfers kann ich keine Volkswirtschaft am laufen halten. Schließlich müssen diese Sozialtransfers erst einmal verdient werden um dann als Steuerzwangsabgabe den Leistungsträgern abgeknüft zu werden. Und eine Gesellschaft die überwiegend aus Leistungsempfänger (Hartz IV oder Aufstocker) besteht, wird sich nicht lange halten und das Sozialsystem wird zusammenbrechen. Ein Sozialsystem eine Gesellschaft des Wohlstand muss eine wirtschaftliche Wertschöpfungskette haben, in der Leistungserträger einen Mehrwert für die Gesellschaft und die Welt schaffen. Mit einen Überhang von steuerlichen und sozialen Transferleistungen, wie diese die illegalen Einwanderer erhalten, schaffen wir unseren Wohlstand und Sozialstaat ab.

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