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08.05.2017

12:07 Uhr

Konjunktur in Deutschland

Industrie überrascht mit starken Auftragsplus

Die deutsche Industrie hat im März mehr Aufträge an Land gezogen. Das liegt vor allem an der lebhaften Auslandsnachfrage. Den schwachen Januar einbezogen, fallen die Zahlen fürs erste Quartal aber nicht allzu gut aus.

Ifo-Umfrage überrascht

Deutsche Wirtschaft unbeeindruckt von Krisen

Ifo-Umfrage überrascht: Deutsche Wirtschaft unbeeindruckt von Krisen

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BerlinDie deutsche Industrie hat im März abermals mehr Aufträge als im Vormonat erhalten. Für das gesamte erste Quartal blieb jedoch ein Minus stehen, weil das schwache Januar-Ergebnis auf die Gesamtentwicklung drückte. Bankvolkswirte wiesen erneut darauf hin, dass „harte“ Zahlen aus der Wirtschaft derzeit nicht mit den extrem guten Stimmungsumfragen mithalten können.

Im März erhielt die deutsche Industrie 1,0 Prozent mehr Aufträge als im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ökonomen hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, allerdings nur um 0,7 Prozent. Der deutliche Zuwachs vom Februar wurde von 3,4 auf 3,5 Prozent leicht nach oben korrigiert. Die Bestellungen im Januar waren aber um 6,7 Prozent gefallen, weshalb die Aufträge im gesamten ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 1,0 Prozent rückläufig waren.

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Die Trump-Verunsicherung

US-Präsident Donald Trump hat den Freihandel in Frage gestellt. Die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft macht sich zunehmend Sorgen.

Der wichtigste Handelspartner

Tatsächlich sind die USA unter den Einzelstaaten der wichtigste Handelspartner. 2015 wurden nach endgültigen Ergebnissen Waren im Wert von rund 174 Milliarden Euro zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gehandelt (Exporte und Importe). Insgesamt gingen knapp 10 Prozent der deutschen Exporte in die USA. Von dort kamen 7 Prozent der deutschen Importe.

Die Nachbarstaaten

Lange Zeit war Frankreich für Deutschland das wichtigste Land bei der Ein- und Ausfuhr von Waren. 2014 wurde Frankreich jedoch von den USA überholt. Dazu trugen der schwächere Euro, aber auch das vergleichsweise stärkere Wirtschaftswachstum in den USA bei. Drittwichtigster Handelspartner für Deutschland sind die Niederlande, die mit ihren Häfen ein wichtiger Umschlagplatz für den Welthandel sind.

Die Euro-Zone

Als Staatenverbund ist die EU der größte Handelspartner Deutschlands. Von den deutschen Exporten gehen 58 Prozent in die übrigen Länder der EU. In die Länder der Euro-Zone gehen 36 Prozent der Ausfuhren.

Der Kontinent Nr. eins

Wichtigster Kontinent außerhalb Europas für den Handel ist Asien, noch vor Amerika. Allein nach China gehen rund sechs Prozent der Exporte. Insgesamt belegt China als Handelspartner den vierten Platz. Bei den Importen liegt das Land für Deutschland sogar auf Platz eins. Fast zehn Prozent der Einfuhren kommen von dort.

Die Mini-Partner

Nach Afrika gehen lediglich zwei Prozent der deutschen Exporte und nach Australien und Ozeanien weniger als ein Prozent.

Quelle: dpa / alle Werte für 2015

Ohne Großaufträge, die meist stark schwanken und damit das Gesamtergebnis verzerren können, betrug der Auftragszuwachs im März 0,6 Prozent. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium war der Anteil der Großaufträge im März durchschnittlich. Nach Produktgruppen sortiert stiegen die Bestellungen von Investitions- und Konsumgütern deutlich an. Vorleistungsgüter, die erst in die Produktion einfließen, waren jedoch weniger gefragt als im Februar.

Die Nachfrage aus dem Ausland stieg um 4,8 Prozent, aus dem Inland kamen dagegen 3,8 Prozent weniger Aufträge. „Die Bestelltätigkeit im verarbeitenden Gewerbe ist weiterhin sehr rege und hat sich in den beiden vergangenen Berichtsmonaten belebt“, kommentierte das Wirtschaftsministerium die Zahlen. Das verarbeitende Gewerbe befinde sich in einer günstigen konjunkturellen Lage.

Die Ökonomen der BayernLB sprachen dagegen von einem „wenig euphorischen“ Ergebnis. Zwar seien die Daten insgesamt gut ausgefallen. Allerdings zeige sich bei näherer Betrachtung, dass die harten Zahlen weiterhin hinter der Konjunktureuphorie von Umfragen wie etwa zum Ifo-Geschäftsklima zurück blieben. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland dürfte sich dennoch fortsetzen, wenngleich er sich im Jahresverlauf abschwächen könnte.

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

08.05.2017, 12:29 Uhr

Jammern auf hohen Niveau wurde den Rentnern angedichtet.
Jammern auf h ö c h s t e n Niveau b e w e i s t die deutsche Industrie.

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