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25.11.2014

15:02 Uhr

Konjunktur in Deutschland

Vier Gründe für Optimismus

VonJan Mallien

Die Prognosen für die deutsche Wirtschaft sind zuletzt immer düsterer geworden. Schwarzmaler haben Konjunktur. Doch nun gibt es ein paar Hoffnungszeichen. Das hat mehrere Gründe. 

So schlecht sind die Wirtschaftsaussichten für Deutschland gar nicht. Es gibt auch Gründe zum Optimismus. Getty Images

So schlecht sind die Wirtschaftsaussichten für Deutschland gar nicht. Es gibt auch Gründe zum Optimismus.

DüsseldorfNur ganz knapp ist die Deutschland im Sommer gewachsen. Langsamer als Griechenland - aber immerhin. Manche Ökonomen und Anleger hatten mit einem noch böseren Erwachen gerechnet. Im Oktober korrigierten sie der Reihe nach ihre Prognosen nach unten. Auf einmal war sogar von einer drohenden Rezession die Rede.

Dieses Schicksal ist der deutschen Wirtschaft erspart geblieben. Für die Schwäche gibt es mehrere Gründe: Politische Unsicherheit, geringe Investitionen und Probleme in den Schwellenländern. Allerdings ist dabei aus dem Blick geraten, dass es durchaus auch Gründe für Zuversicht gibt. Der ZEW-Index über die Erwartungen von Finanzexperten ist im November zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen. Auch der noch wichtigere Ifo-Index, der die Erwartungen der Unternehmen abbildet, hat zugelegt. Das zeigt: So schlecht sind die Konjunkturaussichten doch nicht. Es gibt mindestens vier Gründe für Optimismus

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

1.       Der fallende Ölpreis befeuert Konsum und Gewinne

Die Talfahrt des Ölpreises trifft Exporteure wie Russland und Venezuela hart – für die deutsche Wirtschaft aber ist sie ein Segen. Von rund 110 Dollar im ersten Halbjahr ist der Ölpreis unter die Marke von 80 Dollar gefallen. Dies hat einen ähnlichen Effekt wie eine große Steuersenkung. „Die niedrigeren Preise könnten die Kaufkraft von Verbrauchern und Unternehmen um etwa 35 Milliarden oder mehr als ein Prozent der Wirtschaftsleistung befeuern“, schätzt Andreas Rees, Ökonom von Unicredit. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer geht von einem positiven Effekt für die Importrechnung von immerhin 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Für zahlreiche Branchen von Luftfahrt über Chemie bis zu den Logistikern ist der niedrige Ölpreis ein Grund zur Freude. „Bei Fluggesellschaften machen Spritpreise ein Drittel der Kosten aus. In der Summe werden die Unternehmen spürbar profitieren“, sagt BayernLB-Branchenexperte Wolfgang Linder. Bei der Deutschen Lufthansa sanken die Treibstoffkosten von Januar bis September zum Beispiel um 269 Millionen Euro. Auch die Verbraucher spüren den Effekt bei den Benzin- und Heizölpreisen: Im Oktober kostete leichtes Heizöl immerhin fast elf Prozent weniger als im Vorjahr, die Spritpreise sanken um 3,5 Prozent.

Kommentare (6)

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Herr Mike Maier

25.11.2014, 15:13 Uhr

Nur ganz knapp ist die Deutschland im Sommer gewachsen. Langsamer als Griechenland - aber immerhin.

Der Vergleich ist hanebüchen und dieses "aber immerhin" nur durch politisch korrekte Indoktrination verbunden mit latenter Deutschfeindlichkeit zu erklären.

Gehen Sie zur TAZ!

Account gelöscht!

25.11.2014, 15:27 Uhr

Unter dieser Ethik-Energiewende per EEG Zwangsabgaben-Subventionsgesetz einer grünroten Merkelregierung im schwarzen Mantel kann es keinen Wirtschaftsaufschwung in EU-Deutschland geben. Der Strompreis steigt, die Energiewirtschaft basiert auf keiner Marktwirtschaft mehr, sonder einzig und alleine auf einen staatlichen EEG-Subventions-Abgabenzwangsgesetz. Dies hat zur Folge, dann private Investitionen (markwirtschftliche) im deutschen und europäischen Energiesektor nicht mehr stattfinden und nur noch über Steuern und Abgaben per Subventione und Beihilfen der Steuerzahler die Strominfrastruktur am laufen gehalten wird. Private Investitionen werden sich unter dieser willkürlichen Energiepolitik (Energiewende/EEG/Kraftwerksenteignungen/Energieeinsparzwang) nicht mehr stattfinden. Damit ist die Wirtschaft und die freie Marktwirtschaft in EU-Deutschland TOD!
Energiewende/EEG/Energieeinsparzwang = erst kommt die Lüge, dann der Eigenbetrug, dann der Mangel und dann die Armut!
Streicht das EEG/Energiewende und kehrt zu einen vernünftigen marktbasierenden Energieparkmix aus Kohle, Gas und vor allen der Kernkraft zurück. Weiterhin müsste der ESM (Euro-Schuldenländer-Rettungspakt) gestrichen werden und die EURO Politik komplett neu aufgebaut werden. Danke!

Herr Thomas Behrends

25.11.2014, 16:16 Uhr

Wenn der Mensch auf der Schaukel (Deutschland) nicht aufpasst, dann fliegt in Kürze unsanft zu Boden.

Man versucht es nun anders; anstatt Deutschland´s vitale Wirtschaft per EU-Erlass im Interesse Frankreichs zu zwingen nicht mehr so stark zu wachsen (wieso eigentlich?), begeht die USA Störmanöver im Verhältnis zu Russland, so dass unsere lukrativen Geschäfte mit Putin´s Reich zusammenbrechen.

Ein großartiger Erfolg, bravo !!!

Man kann nur hoffen, dass sich Deutschland, so wie einst nach dem WK I. im Geheimen mit russischen Vertretern trifft, und die Embargos und Sanktionen torpediert.

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