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04.08.2014

13:51 Uhr

Konjunktur in Europa lahmt

Die Angst der Börsianer

Europäische Investoren haben Angst vor einer „negativen Rückkopplung“ der Sanktionen gegen Russland und einem Rückschlag für die europäische Konjunktur. Vor allem Deutschland ist von den negativen Aussichten betroffen.

Die Erwartungen der Anleger an die Euro-Konjunktur trüben sich ein: Die Ukraine-Krise ließ den Sentix-Index auf 2,7 Punkte sinken. Das Deutschland-Barometer litt überdurchschnittlich stark unter der nervösen Stimmung. dpa

Die Erwartungen der Anleger an die Euro-Konjunktur trüben sich ein: Die Ukraine-Krise ließ den Sentix-Index auf 2,7 Punkte sinken. Das Deutschland-Barometer litt überdurchschnittlich stark unter der nervösen Stimmung.

BerlinProfessionelle Börsenanleger erwarten wegen der Ukraine-Krise einen deutlichen Rückschlag für die Konjunktur in der Euro-Zone. Der Sentix-Index sank im August auf 2,7 von 10,1 Punkten und sackte damit auf den tiefsten Stand seit August 2013, wie die Investmentberatung Sentix am Montag zu ihrer Umfrage unter knapp 900 Anlegern mitteilte.

Vor allem wegen der EU-Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt sei der Teilindex für die Erwartungen so stark gesunken wie seit drei Jahren nicht mehr. „Die Sorge vor einer negativen Rückkopplung aufgrund der Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden für Deutschland besonders offensichtlich“, sagte Sentix-Experte Patrick Hussy. Das Barometer für Deutschland sank überdurchschnittlich kräftig auf 17,9 Punkte von 29,0 Zählern.

Die USA und Asien - ohne Japan betrachtet - zeigen sich laut Sentix noch weitgehend stabil, die Erwartungen fielen aber auch in diesen Regionen der Welt. „Hinter allen Verschlechterungen steckt als Ursache die Ukraine-Krise, die stärker auszustrahlen beginnt“, betonte Hussy. Auch der Index für Osteuropa sank deutlich auf minus zwölf Punkte und rutschte damit in den Rezessionsmodus.

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Die trübere Stimmung macht sich bereits in der deutschen Wirtschaft bemerkbar. Zuletzt hatte sich das vom Münchner Ifo-Institut berechnete Geschäftsklima drei Mal in Folge verschlechtert. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn erklärte am Wochenende, die deutsche Wirtschaft sei zwischen April und Juni wohl nur stagniert und nicht mehr gewachsen. In eine Krise werde Deutschland aber dank des guten privaten Konsums und der stabilen Dienstleister nicht rutschten.

An den Aktienmärkten hielten sich die Investoren nach der jüngsten Talfahrt zum Wochenanfang spürbar zurück. Der Dax lag knapp im Plus bei 9220 Zählern. Der EuroStoxx notierte rund 0,6 Prozent fester. Vorige Woche verlor der Dax 4,5 Prozent und damit so viel wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Rolf Kuntz

04.08.2014, 19:29 Uhr

Schon toll, die "Angst der Börsianer"

Vor was haben die Angst? Das sie auch mal wie normale Menschen Schaufel und Spaten in die Hand nehmen müssen um zu arbeiten und über die Runde zu kommen? Höchste Zeit wäre es das diese Neofeudalisten mal mit der realen Welt konfrontiert werden.
Und genau deswegen kämpfe ich auch gegen das im Freihandelsabkommen TTIP versteckte Investorenschutzabkommen um nicht auch noch als Steuerzahler für deren Spekulationen aufkommen zu müssen.
Übrigens, es ist gar nicht mal so lange her, da nannte man solche Investitionschutzabkommen klar und deutlich Kanonenbootpolitik. Dies nur als Beleg der Aroganz der Finanzmärkte.
Dieses Gsch... soll mal was für die abgleitende Konjuktur tun, also positiv rückkoppeln und mal reale nutzbringende Arbeit zustande bringen.

Mein ich im Ernst so.
Höchste Zeit wäre es,

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