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06.01.2017

10:14 Uhr

Konjunktur

Industrie mit größtem Auftragsminus seit zwei Jahren

Im November gingen die Auftragszahlen im Vergleich zum Vormonat um deutliche 2,5 Prozentpunkte zurück. Grund dafür ist das Ausbleiben von Großaufträgen. Sorgen müsse man sich laut Experten allerdings nicht.

Bei ThyssenKrupp und Co. gehen zurzeit weniger neue Aufträge als üblich ein. dpa

Deutsche Industrie

Bei ThyssenKrupp und Co. gehen zurzeit weniger neue Aufträge als üblich ein.

BerlinDie deutsche Industrie hat im November mangels Großaufträgen den stärksten Auftragsschwund seit zwei Jahren erlitten. Die Bestellungen fielen um 2,5 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Minus um 2,3 Prozent gerechnet, nachdem es im Oktober mit 5,0 Prozent den kräftigsten Zuwachs seit annähernd zweieinhalb Jahren gegeben hatte. „Die Gegenbewegung ging insbesondere auf die schwache Entwicklung bei den Großaufträgen zurück“, erklärte das Ministerium. Von der Inlandsfachfrage kamen keine Impulse: Sie sank um 2,8 Prozent. Die Aufträge aus dem Ausland fielen um 2,3 Prozent.

„Der deutliche Rückgang ist kein Grund, die Alarmglocken zu läuten“, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. Das sieht auch Nordea-Europachefvolkswirt Holger Sandte so. „Wenn man Oktober und November zusammen betrachtet, sieht es weiterhin ganz ordentlich aus“, sagte er. „Für die kommenden Monate deuten Frühindikatoren nicht auf einen Abschwung hin.“ Das Ifo-Geschäftsklima etwa habe sich zuletzt merklich aufgehellt.

Dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gibt allerdings die schwache Nachfrage aus Europa zu bedenken. „Enttäuschend ist die Entwicklung der Bestellungen aus dem Euro-Raum“, sagte DIHK-Expertin Sophia Krietenbrink mit Blick auf den wichtigen Absatzmarkt. „Insgesamt bleibt die Entwicklung des Außenhandels damit auch zu Ende des Jahres deutlich hinter der Dynamik der letzten Jahre zurück.“

Die deutsche Wirtschaft ist nach Prognose der meisten Institute im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent gewachsen. Für 2017 wird eine Abschwächung auf etwa 1,4 Prozent erwartet – vor allem wegen der geringeren Zahl an Arbeitstagen. „Das neue Jahr hält einige Stolpersteine bereit“, gibt Commerzbank-Ökonom Marco Wagner zu bedenken. „Die Überschuldungsprobleme in China sind nicht gelöst, im Euro-Raum sind die faulen Kredite und die Reformstarre ein Problem.“

Die Wahlen in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und womöglich auch in Italien dürften zudem die Frage des Zusammenhalts der EU immer wieder infrage stellen, sollten europaskeptische Parteien gut abschneiden.

Von

rtr

Kommentare (2)

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x y

06.01.2017, 10:50 Uhr

Wieso kaufen nicht alle wie die Amis alles auf Pump, dann könnte auch die Wirtschaft "wachsen". Dass das "Versprechen" in Form von Geld bei einer massiven Ausweitung der Geldpolitik zu einer Ramschwährung führt und die erbrachte Leistung quasi mit 0 beglichen wird, spielt hier keine wichtige Rolle.

Warum auch?

Wichtig noch...wir müssen produktiver werden, damit andere noch mehr von unserer Exportweltmeisterschaft haben und wir müssten den Billiglohnsektor ausweiten...anders geht es ja nicht. Für gute Freunde macht man ja bekanntlich alles.

x y

06.01.2017, 10:52 Uhr

Ach so, außerdem muss der Euro in den Keller gehen, damit wir noch mehr exportieren können und noch weniger davon haben.

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