Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2015

12:52 Uhr

Konjunktur Italien

OECD erhöht Wachstumsprognose für Italien

Die Wirtschaft in Italien wird nach Angaben der OECD in diesem Jahr um 0,6 Prozent wachsen – und damit stärker als angenommen. Die OECD fordert unterdessen von der Regierung, die Reformen umzusetzen.

Die italienische Wirtschaft war in den vergangenen drei Jahren geschrumpft – jetzt ist Besserung in Sicht. dpa

Besserung in Sicht

Die italienische Wirtschaft war in den vergangenen drei Jahren geschrumpft – jetzt ist Besserung in Sicht.

RomDie OECD blickt etwas optimistischer auf die seit langem lahmende Konjunktur in Italien. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde in diesem Jahr um 0,6 Prozent wachsen und damit drei Mal so stark als noch im November angenommen, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria am Donnerstag in Rom. Grund für die besseren Aussichten seien der Ölpreisverfall und der niedrigere Euro-Kurs, der die Exporte anschiebe, teilte die Industriestaaten-Organisation weiter mit. Auch die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte zur Erholung beitragen.

So geht es den großen Vier der Euro-Zone

Deutschland

Konjunkturlokomotive in Europa. Schrammte im vergangenen Sommer noch an einer Rezession vorbei, feiert aber ein Comeback, dank eines kräftigen Wachstums zum Jahresende hin. Wichtigste Säule: Der private Konsum, der von Lohnerhöhungen und den Beschäftigungsrekorden am Arbeitsmarkt gestützt wird.

Frankreich

Die Nummer Zwei der Euro-Zone steckt in einer wirtschaftlichen Lähmung. Kaum Wachstum. Größtes Problem ist die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau. Die Regierung steckt deswegen in der Zwickmühle, denn sie muss massiv sparen, um das ausufernde Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

Italien

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone kommt nicht aus dem Tal heraus. Stagnation zum Jahresende 2014, Arbeitslosigkeit auch dort auf Rekordhoch. Hat noch viele Reformen vor sich – wehrt sich aber auch gegen strikte Sparvorgaben der EU.

Spanien

Das einstige Krisenland scheint über den Berg. Die viertgrößte Ökonomie in der Euro-Zone wuchs zum Jahresende so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Leidet allerdings immer noch unter einer extrem hohen Arbeitslosigkeit.

Im kommende Jahr dürfte sich das Wachstum auf 1,3 (bisherige Prognose: 1,0) beschleunigen, ergänzte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In den vergangenen drei Jahren war die italienische Wirtschaft geschrumpft und schaffte seit Mitte 2011 Quartal für Quartal kein Wachstum. Zuletzt stagnierte zwischen Oktober und Dezember 2014 das Bruttoinlandsprodukt.

Die OECD appellierte an die Regierung von Matteo Renzi, die angepeilten „ehrgeizigen“ Reformen auch umzusetzen. Sollte dies in den nächsten beiden Jahren vollständig geschehen, könnte die Wirtschaftskraft pro Kopf in den kommenden zehn Jahren um sechs Prozent zulegen. Wichtig seien die für dieses Jahr vorgesehenen Schritte, mit denen die Struktur des Parlaments und die Arbeitsteilung zwischen regionalen und zentralen Regierungsstellen verbessert werden sollen. Dies würde den Gesetzgebungsprozess vereinfachen und zudem sicherstellen, dass vereinbarte Maßnahmen ohne Verzögerung umgesetzt werden. Insgesamt müsse der Fokus der Reformen auf dem Arbeitsmarkt liegen, betonte die OECD.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×