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26.01.2009

17:18 Uhr

Konjunktur

IWF rechnet mit Einbruch der Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft drastisch korrigieren. Wie aus Kreisen der G20 verlautete, reagiert der IWF damit auf den Umstand, dass wichtige Volkswirtschaften in ausgeprägten Rezessionen stecken. Dies führe dazu, dass das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr quasi zum Erliegen kommt.

Damit kassiert der IWF seine aus dem November stammende Prognose, die noch bei 2,2 Prozent gelegen hatte. Foto: Reuters Quelle: Reuters

Damit kassiert der IWF seine aus dem November stammende Prognose, die noch bei 2,2 Prozent gelegen hatte. Foto: Reuters

HB WASHINGTON. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf G20-Kreise (Arbeitsgruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern) berichtet, rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2009 nur noch mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Damit kassiert der IWF seine aus dem November stammende Prognose, die noch bei 2,2 Prozent gelegen hatte. Damals hatte er auf dem vorläufigen Höhepunkt der Krise eine frühere Schätzung binnen weniger Wochen revidiert. Der IWF will neue Prognosen in den kommenden Tagen bekanntgeben.

Für die Euro-Zone sehen die IWF-Experten den Informationen zufolge in diesem Jahr ebenso schwarz wie für die Vereinigten Staaten. Nach ihren Schätzungen dürfte die Wirtschaft in Europa in den kommenden zwölf Monaten um zwei Prozent schrumpfen, in den USA um 1,6 Prozent. Bei der November-Prognose hatte der Währungsfonds noch ein Minus von 0,5 beziehungsweise 0,7 Prozent veranschlagt. Bereits vergangene Woche hatte der Fonds, dessen Rolle im Rahmen der Neuausrichtung des internationalen Finanzsystems gestärkt werden soll, mit einer düsteren Konjunkturprognose für Deutschland schockiert. Demnach erwartet der IWF für die deutsche Volkswirtschaft einen Einbruch um 2,5 Prozent und ist damit noch pessimistischer als die Bundesregierung.

2010 könnte die Weltwirtschaft wieder wachsen. Allerdings kann die deutsche Volkswirtschaft nach Einschätzung des IWF nur wenig von der Rückkehr der Schwellenländer auf den Wachstumspfad profitieren. Während der Fonds in den nächsten Tagen dem Vernehmen nach für die Weltwirtschaft eine Wachstumsprognose von drei Prozent im kommenden Jahr verkünden wird, erwarten die Experten lediglich ein marginales Plus von 0,1 Prozent in Deutschland.

Ingesamt dürfte die Rückkehr zum Wirtschaftswachstum in Europa deutlicher länger dauern als in anderen Regionen, etwa in den USA. Jenseits des Atlantiks prognostiziert der IWF nach den Worten einer mit den Schätzungen vertrauten Person im kommenden Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent. Die Volkswirtschaften in Europa dürften dagegen nur um magere 0,2 Prozent zulegen und damit sogar hinter Japan zurückbleiben, dem der IWF 2010 ein Wachstum von immerhin 0,6 Prozent zutraut. Zuvor muss die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dagegen eine kräftige Schrumpfkur um 2,6 Prozent überstehen.

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