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16.02.2015

08:28 Uhr

Konjunktur Japan

Wirtschaft wächst unerwartet gering

Die Kauflaune der japanischen Verbraucher ist weiterhin getrübt, nach einer Erhöhung der Mehrwertsteuer war das Land in die Rezession gerutscht. Nun wächst die Wirtschaft zwar wieder – allerdings enttäuschend gering.

Eine zweite Mehrwertsteuer-Erhöhung, die für den Oktober geplant war, hat Regierungschef Shinzo Abe deshalb verschoben. Reuters

Die japanischen Verbraucher sind zurückhaltend

Eine zweite Mehrwertsteuer-Erhöhung, die für den Oktober geplant war, hat Regierungschef Shinzo Abe deshalb verschoben.

TokioJapan ist im Schlussquartal 2014 aus der Rezession heraus gekommen. Allerdings wuchs die Wirtschaft den Angaben von Montag zufolge mit aufs Jahr hochgerechneten 2,2 Prozent nicht so stark wie erwartet. Vor allem die Kauflaune der Verbraucher und die Investitionen der Unternehmen blieben hinter den Prognosen zurück.

„Die Zahlen sind etwas enttäuschend“, sagte der Chefvolkswirt Takeshi Minami vom Forschungsinstitut Norinchukin. „Die Lage bleibt mau.“ Gleichwohl könnte die Entwicklung nach Einschätzung von Experten dazu führen, dass die japanische Notenbank ihre Geldpolitik nun zunächst nicht weiter lockert.

In den vergangenen beiden Quartalen war die japanische Wirtschaft noch geschrumpft, vor allem, weil sich Verbraucher nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung vom April 2014 mit Käufen zurückhielten. Eine für den Oktober geplante zweite Erhöhung hatte Regierungschef Shinzo Abe deshalb verschoben.

Zudem hatte er Ende Dezember ein weiteres Konjunkturpaket im Volumen von knapp 24 Milliarden Euro geschnürt, mit denen vor allem wirtschaftsschwache Regionen sowie Haushalte mit niedrigen Einkommen gestützt werden sollen. Abe verfolgt eine nach ihm benannte Wirtschaftspolitik (Abenomics), die auf eine lockere Geldpolitik sowie gezielte Ausgaben- und Reformschritte setzt.

Das jetzt erzielte Plus von aufs Jahr hochgerechneten 2,2 Prozent – Experten hatten im Schnitt 3,7 Prozent erwartet – bedeutet für das vierte Quartal ein Wachstum von etwa 0,6 Prozent. Zum Vergleich: die deutsche Wirtschaft war Ende 2014 um 0,7 Prozent gewachsen, in der Euro-Zone waren es 0,3 Prozent. Die US-Wirtschaft wuchs im vierten Quartal auf Jahr hochgerechnet um 2,6 und die chinesische um 7,3 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

16.02.2015, 08:48 Uhr

Wie hoch war das deutsche Wachstum im 4. Quartal 2014 auf das Jahr hochgerechnet? Waren das mehr als 2,82953 Prozent? War das deutsche Wachstum im 4. Quartal höher, als das der USA? Warum schreibt das keiner? Dabei musste Deutschland weder ein Konjunkturprogramm starten noch neue Staatsschulden zur Finanzierung des Wachstums aufnehmen. Ist die deutsche Wirtschaftspolitik damit besser als die amerikanische? Sogar besser als die chinesische? Muss dann noch irgendetwas zur Abenomics gesagt werden?

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