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21.07.2017

10:10 Uhr

Konjunktur

Nordkorea: Stärkstes Wachstum seit 1999

In Nordkorea ist die Wirtschaft laut südkoreanischen Angaben im vergangenen Jahr so schnell gewachsen wie lange nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt soll im abgeschotteten Land um knapp vier Prozent zugelegt haben.

Das Bruttoinlandsprodukt soll in Nordkorea deutlich zugelegt haben. dpa

Alltag in Nordkorea

Das Bruttoinlandsprodukt soll in Nordkorea deutlich zugelegt haben.

SeoulDie Wirtschaft in Nordkorea ist 2016 nach Berechnungen der südkoreanischen Zentralbank trotz westlicher Sanktionen so schnell gewachsen wie seit 17 Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt sei um 3,9 Prozent gestiegen, erklärte die Notenbank am Freitag in Seoul. Besonders Bergbau und Energiebereich hätten dazu beigetragen, ebenso die um 4,6 Prozent gestiegenen Exporte.

Der Bau von Komponenten für das Raketen- und Atomprogramm habe die Wirtschaft angekurbelt. Ein größeres Wachstum gab es zuletzt 1999 mit 6,1 Prozent, während Dürre und niedrige Rohstoffpreise 2015 für eine Rezession sorgten. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf habe mit umgerechnet etwa 1148 Euro nur fünf Prozent des Wertes von Südkorea erreicht.

Nordkorea gibt selbst keine Konjunkturdaten bekannt. Die Zentralbank im südlichen Nachbarland veröffentlicht dagegen seit 1991 eigene Berechnungen über das kommunistische Land. Sie basieren auf Regierungsdaten, die beispielsweise vom südkoreanischen Ministerium für Wiedervereinigung und von Geheimdiensten stammen. Die Schätzungen werden von internationalen Organisationen und Forschern weitgehend übernommen.

Wo der Kommunismus noch lebt

Kommunistische Regime der Gegenwart

Vor dem Fall der Sowjetunion gab es zahlreiche Länder mit kommunistischen Regierungen. 2016 verbleiben noch vier, oder - je nach Lesart des nordkoreanischen Regimes - fünf.

Quelle: dpa

China

Mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichstes Land der Welt. Es hat den Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seiner Abkehr vom kommunistischen Wirtschaftsmodell zu verdanken. Seit den 1980er Jahren verfolgt China eine Politik der Reformen und der Öffnung. Die sozialistische Marktwirtschaft funktioniert nach kapitalistischen Methoden. Die kommunistische Ideologie wird gepflegt, dient aber nur dem Erhalt der Diktatur der Kommunistischen Partei.

Vietnam

Nachbarland Chinas, etwa so groß wie Deutschland ohne Hessen, mit mehr als 3000 Kilometern Küste am Südchinesischen Meer. Rund 94 Millionen Einwohner. Ho Chi Minh gründete die Kommunistische Partei in den 1930er Jahren im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs besiegten die Kommunisten auch das US-gestützte Regime in Südvietnam. Seit 1975 regieren sie das vereinigte Land. Seit 1986 gibt es marktwirtschaftliche Reformen.

Kuba

Gut elf Millionen Einwohner, etwa so groß wie einst die DDR. Nach der Revolution von 1959 wandte es sich Anfang der 1960er Jahre zum Kommunismus und suchte bei der Sowjetunion Schutz vor dem kapitalistischen Nachbarn USA, der zuvor großen Einfluss auf der Insel hatte. Bis 2006 regierte Revolutionsführer Fidel Castro (89). Unter Fidels jüngerem Bruder Raúl (84) versucht Kuba seit einigen Jahren mit zaghaften markwirtschaftlichen Reformen, die marode Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Laos

Armes Nachbarland Vietnams ohne Küstenzugang, etwas kleiner als die Bundesrepublik ohne die neuen Bundesländer. Knapp sieben Millionen Einwohner. Laos war Teil des französischen Kolonialgebiets Indochina. Im Vietnamkrieg wurde es zum meist bombardierten Land der Welt. US-Bomber legten weite Teile in Schutt und Asche, weil vietnamesische Kommunisten sich im Grenzgebiet versteckten. Bis heute sind die Böden verseucht. Nach dem Ende des Vietnamkriegs marschierte Vietnam ein und installierte 1975 die kommunistische Regierung.

Nordkorea

Nachbarland Chinas, etwa ein Drittel so groß wie Deutschland, 24 Millionen Einwohner. Die UN werfen der Diktatur gröbste Menschenrechtsverletzungen vor. Nordkorea hat zwar 2009 alle Bezüge zum Kommunismus aus seiner Verfassung gestrichen. Aber die Arbeiterpartei wurde 1945 als Zweig der ehemaligen Kommunistischen Partei gegründet. An der Spitze von Staat, Partei und Armee steht der Machthaber Kim Jong Un; er „erbte“ die Machtposition von seinem Vater. Bereits sein Großvater Kim Il Sung war mit Hilfe Moskaus an die Spitze der Partei gelangt und wird als Staatsgründer verehrt.

Seit 2006 sind Sanktionen gegen Nordkorea wegen des Raketen- und Atomprogramms in Kraft. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Raketentests unternommen, zuletzt mit einer Interkontinentalrakete, die auch die USA erreichen könnte. Außerdem betont Nordkorea, es beherrsche mittlerweile die Technik, einen Atomsprengkopf auf die Rakete zu montieren.

Die USA dringen deshalb auf schärfere Sanktionen und nehmen dabei vor allem Nordkoreas wichtigsten Handelspartner China in die Pflicht. Binnen weniger Wochen könnten neue Strafmaßnahmen gegen kleinere chinesische Banken und andere Firmen verhängt werden, die mit dem abgeschotteten Land Geschäfte machen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Washingtoner Regierungskreisen. Nach chinesischen Angaben weitete sich der Handel mit Nordkorea im ersten Halbjahr um 10,5 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar aus.

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Ilyas Kurtbecer

21.07.2017, 12:33 Uhr

Ich wünsche den Nordkoreanern eine weiterhin steigende Wirtschaft. Wie an vielen anderen Orten der Welt auch, haben die Amerikaner dort nichts verloren.

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