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14.01.2009

12:29 Uhr

Konjunktur

OECD drängt EZB zu schneller Zinssenkung

Einmal mehr schlechte Konjunkturnachrichten: Auch die OECD hat das Jahr 2009 abgeschrieben. Die Wirtschaft im Euro-Raum wird sich nach Prognosen der Organisation frühestens Mitte 2010 erholen. Auch für für Deutschland sieht das Konjunkturbild düster aus. Angesichts der Krise rät die OECD der EZB zu einer schnellen Zinssenkung.

OECD verkündet düstere Aussichten für die Konjunktur. Foto.: HB Quelle: Handelsblatt

OECD verkündet düstere Aussichten für die Konjunktur. Foto.: HB

HB PARIS. Die Risiken für die Konjunktur seien enorm, sagte der Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Angel Gurría am Mittwoch in Paris. Im November hatte die OECD schon ein Schrumpfen der Eurozone um 0,6 Prozent für 2009 prognostiziert. „Heute wären die Zahlen weit schwächer“, sagte Gurría mit Blick auf den OECD-Jahresbericht. Er legte allerdings keine neue konkrete Prognose vor.

Die Industrieländer-Organisation prophezeit demnach für Deutschland ein Sinken der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde bis Ende 2010 um 700 000 steigen.

Zwar habe durch die konzentrierten Bankengarantien europaweit ein Kollaps des Finanzsystems verhindert werden können. Aber die Möglichkeiten, die Wirtschaft etwa durch Steuererleichterungen anzukurbeln, seien zunehmend begrenzt, sagte Gurria. Die OECD warnt, die Haushaltsdisziplin wegen der Krise aufzugeben.

Einziger Lichtblick für die Pariser Wirtschaftsexperten ist das Sinken der Inflationsrate von vier auf 1,6 Prozent. Ein weiteres Absinken der Inflation sei wahrscheinlich, was Spielraum für weitere Leitzinssenkungen eröffnen könne.

Angesichts der Wirtschaftskrise rät die OECD der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer schnellen Zinssenkung. „Es gibt Spielraum für eine erneute Lockerung der Geldpolitik“, sagte Gurria. Die Währungshüter sollten schon bei ihrem Treffen am Donnerstag den Leitzins weiter senken. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass das Zinsniveau von 2,5 auf 2,0 Prozent zurückgenommen wird.

Die Industrieproduktion der Eurozone ist indessen im November weniger stark als befürchtet gesunken. Sie sei um 1,6 Prozent zum Vormonat zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Ökonomen hatten indes im Schnitt einen Rückgang um 1,9 Prozent erwartet. Im Oktober war die Produktion um 1,2 Prozent gefallen.

Im Jahresvergleich brach die Produktion im November um 7,7 Prozent ein. Im Oktober war die Produktion auf Jahressicht bereits um 5,7 Prozent gefallen.

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