Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2011

14:36 Uhr

Konjunktur

Ökonomen sorgen sich um deutsches Wachstum

Die deutsche Wirtschaft boomt – aber wie lange noch? Experten registrieren wachsende Risiken und warnen, dass es zu mehr als einer kurzen Abkühlung kommen könnte. Optimisten verweisen dagegen auf die Binnennachfrage.

Wirtschaftsforscher Dennis Snower. Quelle: dpa

Wirtschaftsforscher Dennis Snower.

BerlinDer deutsche Aufschwung scheint unaufhaltsam - allerdings wachsen die Bedenken. Experten warnten, der Konjunktur drohe mehr als nur die bisher erwartete kurzzeitige Abschwächung, berichtet die „Welt am Sonntag“. „Obwohl die deutsche Wirtschaft derzeit gedeiht, sind die Risiken gewachsen“, sagte Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, dem Blatt. Sorgen bereiten den Fachleuten vor allem die Euro-Krise, die schwächelnde US-Konjunktur und ein möglicher Einbruch der chinesischen Wirtschaft.

Zuvor hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert, die deutsche Konjunktur bleibe in Schwung. Nach einer leichten Abkühlung im zweiten Quartal erwarten die Experten aus Berlin 3,2 Prozent Wachstum im gesamten Jahr - nach 3,6 Prozent 2010. Die DIW-Prognose liegt unter den Vorhersagen anderer Institute, die bis zu 4,0 Prozent reichen.

„Die wirtschaftliche Perspektive ist in den vergangenen Monaten unsicherer geworden, weil wir mit den internen Problemen im Euro-Raum nicht fertig geworden sind“, sagte Snower. Frank Engels, Europa-Chefökonom von Barclays Capital, sagte der Zeitung: „Die Fortdauer des Aufschwungs ist kein Selbstläufer mehr. In den nächsten Monaten werden viele deutsche Unternehmen noch gut damit zu tun haben, die bereits eingegangenen Aufträge abzuarbeiten. Wenn danach nicht bald ein neuer Impuls kommt, haben wir früher oder später ein Problem.“

Optimisten verwiesen dagegen auf die Binnenwirtschaft. „Die jüngsten Daten haben nochmals bestätigt, dass der Aufschwung inzwischen im Wesentlichen von der Inlandsnachfrage getragen wird“, sagte Christoph Schmidt, Chef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). „Dies spricht dafür, dass er sich selbst bei flauer Weltkonjunktur eine Zeit lang fortsetzen kann.“

Von

dpa

Kommentare (31)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

no.7

09.07.2011, 14:53 Uhr

Die binnenkonjunktur wird vielleicht noch dieses Jahr anhalten, dann geht es unweigerlich abwärts- mit den USA, mit China, und insbesondere mit deutschland. denn "neue impulse" wird es nicht geben. Der komplette westen inclusive china müssen dann sparen ! das bedeutet, daß wir in den nächsten Jahren in deutschland alles wieder verlieren werden, was wir uns mit schuldenmacherei und lohndumping ergaunert haben. der arbeitsmarkt wird dermaßen einbrechen, daß der konsum und die binnenkonjunktur dies ebenfalls tun. Sobald die USA wirklich sparen, weil ihnen nichts mehr anderes übrigbleibt, wird der deutsche Export den rückwärtsgang einlegen. Die ganze Export-Expansion der letzten Jahre war ein reiner betrug, und diesen Betrug werden wir in den nächsten Jahren bitter bezahlen, während die Eigentümer der Exportindustrie ihren gewinn eingesackt haben. wir werden in deutschland eine rezession bekommen, die sich gewaschen hat und an der wir diesmal nichts ändern werden.

Account gelöscht!

09.07.2011, 15:27 Uhr

Genau das habe ich ihnen auch versprochen.
Pardon, das kann ich garnicht. Das haben andere indirekt gemacht, ich habe es nur geschlußfolgert.
.

siesieta

09.07.2011, 15:57 Uhr

Dem kann man nichts mehr hinzufügen, nüchterne Analyse.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×