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26.02.2015

16:44 Uhr

Konjunktur

Preise fallen auch in den USA

Die Preise in den USA fallen im Januar um 0,1 Prozent. Ohne Nahrungsmittelkosten und Energie steigen die Preise leicht. Fed-Banker fordern, die Märkte bald auf eine Zinswende einzustimmen.

Die Zentralbank Federal Reserve treibt mit einer lockeren Geldpolitik seit Jahren die Märkte an. dpa

Antrieb

Die Zentralbank Federal Reserve treibt mit einer lockeren Geldpolitik seit Jahren die Märkte an.

WashingtonIm Sog des billigen Öls fallen nun auch in den USA die Preise. Sie sanken im Januar zum Vorjahr um 0,1 Prozent und damit erstmals seit Oktober 2009, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Anders als in der Euro-Zone, wo die Preise zuletzt um 0,4 Prozent purzelten und die Notenbank mit Niedrigzins und einer Geldschwemme die Konjunktur beleben will, brummt die US-Wirtschaft allerdings. Die Zentralbank Federal Reserve erwägt daher eine Zinswende, obwohl ihr die Lage an der Preisfront noch Sorge bereitet. Sie strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, ist von diesem Ziel nunmehr aber meilenweit entfernt. Mit James Bullard forderte dennoch ein führender Notenbanker, die Märkte auf ein baldiges Ende des geldpolitischen Krisenmodus einzustimmen.

„Der heutige Rückgang der Inflationsrate in den negativen Bereich geht ganz auf das Konto der sinkenden Ölpreise“, sagt Christiane von Berg von der BayernLB. Die Spritpreise fielen im Januar um 18,7 Prozent – derart kräftig sind sie seit Dezember 2008 nicht mehr ins Rutschen geraten. Dies bedeutet, dass die Konsumenten mehr Geld zur Verfügung haben und Firmen entlastet werden.

Die Fed hält den Leitzins seit Ende 2008 und damit dem Höhepunkt der Finanzkrise auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Sie treibt mit dieser lockeren Geldpolitik seit Jahren die Märkte an. Doch Arbeitsmarkt und Wirtschaft laufen mittlerweile wieder rund, so dass die Zeit der ultraniedrigen Zinsen in absehbarer Zeit zu Ende gehen dürfte. Die Märkte rechnen frühestens Mitte des Jahres damit.

Die Gewinner der Weltwirtschaft

Volkswirtschaft 2050

Welche Staaten werden in 35 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt gehören? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentliche in ihrer Studie „The World in 2050“ unter anderem eine Top Ten der Volkswirtschaften. Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus. Die Gewinner der Volkswirtschaften:

Quellen: dpa/ots

Nigeria

2014: 1,058 ; 2030: 2,566; 2050: 7,345 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Erstaunlich optimistisch bewerten die Volkswirtschaftler die Aussichten unter anderem Krisenstaaten in Afrika. So werde Nigeria bis 2050 Deutschland überholen und auf Platz neun der stärksten Volkswirtschaften klettern. Nigeria, Vietnam und die Philippinen werden demnach mit durchschnittlich 4,5 bis 5 Prozent Wachstum die dynamischsten Wachstumsregionen der Welt sein.

Mexiko

2014: 2,143 ; 2030: 3,985 ; 2050: 8,014 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Mexikos Wirtschaft ist derzeit im Wandel. 2020 wird das Land auf Platz neun klettern und 2050 Frankreich aus der Spitzengruppe verdrängen.

Indonesien

2014: 2,554 ; 2030: 5,486 ; 2050: 12,210 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Indonesien dürfte bis 2050 von dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung profitieren. 2030 wird die indonesische Wirtschaftsleistung doppelt so groß sein und schafft es 2050 laut der Studie auf Rang vier.

Brasilien

2014: 3,073 ; 2030: 4,996 ; 2050: 9,154 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Brasiliens Wirtschaft wächst in den kommenden Jahren noch mehr. 2030 klettert das Land auf Rang sechs und bleibt auch 2050 in der Top Ten (Platz fünf).

Indien

2014: 7,277 ; 2030: 17,138 ; 2050: 42,205 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Schon heute ist Indien als drittstärkste Volkswirtschaft etwa 50 Prozent leistungsstärker als das viertplatzierte Japan. Mit dauerhaft hohen Wachstumsraten und einer jungen Bevölkerung wird Indien bis 2050 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Die Wirtschaftsleistung soll dann fast zweieinhalbmal so stark sein wie die Indonesiens.

Wenn es nach Bullard geht, sollte die Fed bereits im März damit beginnen, den Weg für eine geldpolitische Straffung zu ebnen. Dann könne ein wichtiges Signalwort im Begleittext zum Zinsentscheid gestrichen werden, sagte der Chef der Notenbank von St. Louis dem TV-Sender CNBC. Die Fed hatte im Januar angekündigt, die Abkehr vom Krisenmodus „geduldig“ angehen zu wollen. Bei der Sitzung des über die Zinsen entscheidenden Offenmarktausschusses (FOMC) Mitte März solle diese Formel wegfallen, forderte Bullard. Dann könne die Zinswende bei einer der "Sitzungen im Sommer" eingeläutet werden. Zuvor müsse die Fed jedoch Hinweise darauf haben, dass sich die niedrige Inflation wieder tendenziell in Richtung eines normalen Niveaus bewege.

Die nun veröffentlichten Daten des Arbeitsministeriums sind für Bullard auch Grund zur Zuversicht: Klammert man die schwankungsanfälligen Kosten für Nahrungsmittel und Energie aus, legten die Preise zum Vormonat um 0,2 Prozent zu. Experten hatten hier nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet.

Ökonom Bernd Krampen von der NordLB sieht die Argumentation Bullards als typisch für die Haltung eines „Falken“ in der Notenbank, also eines Befürworters einer straffen Geldpolitik. Der Preisverfall sei „allerdings Wasser auf die Mühlen“ jener als „Tauben“ bekannten Notenbanker, die vor deflationären Tendenzen warnten. Ihnen bereitet eher Sorge, dass die Verbraucher in Erwartung immer niedrigerer Preise Käufe zurückstellen könnten. Daraus könnte eine Abwärtsspirale aus sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen in Gang kommen, die die Konjunktur letztlich ausbremst.

Notenbankchefin Janet Yellen hatte diese Woche vor dem Kongress erklärt, die Fed werde vor einer näher rückenden Zinserhöhung rechtzeitig das Signalwort streichen. Ökonom Harm Bandholz von der Großbank Unicredit geht davon aus, dass es im März soweit ist. NordlB-Volkswirt Krampen sieht zudem die Möglichkeit einer ersten Zinsanhebung im Juni gegeben: „Vielleicht fehlt der Mehrheit im FOMC angesichts der jüngsten Daten aber der Mumm, jetzt zu agieren.“

Von

rtr

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