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29.04.2015

15:29 Uhr

Konjunktur

Starker Dollar lässt US-Wirtschaft schwächeln

Das US-Wirtschaftswachstum hat sich zu Jahresbeginn abgeschwächt. Das BIP legte im ersten Quartal nur um 0,2 Prozent zu. Möglicherweise behält die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik bei. Am Abend wird entschieden.

Der Höhenflug des Dollar verteuert die Exporte. dpa

Der Höhenflug des Dollar verteuert die Exporte.

Das US-Wirtschaftswachstum hat sich zum Jahresbeginn deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von nur noch 0,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 1,0 Prozent gerechnet. Ende 2014 hatte das Plus noch 2,2 Prozent betragen.

Zu der starken konjunkturellen Abkühlung trug insbesondere das ungewöhnlich kalte Winterwetter im Februar bei, das den Bau wie auch den Einzelhandel beeinträchtigte. Zudem macht der US-Wirtschaft der Höhenflug des Dollar zu schaffen, der Exporte verteuert. Eine baldige Zinswende in den USA wird mit den enttäuschenden Konjunkturdaten immer unwahrscheinlicher.

Angesichts dieser Aussichten kletterte der Euro auf 1,1071 Dollar – der höchste Kurs seit Anfang März. Die US-Futures signalisierten für die Wall Street zur Eröffnung Abschläge von 0,5 Prozent.

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Der Ausstieg der US-Notenbank aus der lockeren Geldpolitik ist heikel. Die einen befürchten, dass eine baldige Zinswende den Aufschwung abwürgen würde, andere halten die US-Wirtschaft für robust genug. Der Leitartikel.

„Die Vermutung liegt jedenfalls nahe, dass die US-Wirtschaft derzeit etwas lahmt“, sagte VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, hat auch ein Streik der Hafenarbeiter an der Westküste das Wachstum gebremst. Da zudem das Wetter die Daten verhagelt hat, spiegeln sie wohl nicht die wahre Stärke der Wirtschaft wider.

Dies könnte auch die US-Notenbank, die am Abend wieder über die Zinsen entscheidet, so sehen und von einer Wachstumsdelle sprechen. Dennoch dürfte sie im Laufe des Jahres ihren Leitzins erstmals seit Jahren anheben, auch weil es am Arbeitsmarkt mittlerweile wieder rund läuft. Manche Experten rechnen für September oder das Jahresende mit einer geldpolitischen Straffung. Seit Ende 2008 liegen die Zinsen bei nahe null Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Thomas Podgacki

29.04.2015, 21:01 Uhr

Das wird noch spannend werden. Bin gespannt was die Ammis gegen Draghis Abwertungswettlauf unternehmen werden. Tatenlos wird man nicht zusehen. Denn der Dollar ist ja angeblich unser Problem und nicht ihres.

Schönen Abend noch.

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