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10.07.2017

08:24 Uhr

Konjunktur

Starker Monat für Deutschlands Exporteure

Der deutsche Export läuft auf Hochtouren. Im Mai gingen Waren im Wert von 110,6 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 14,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Kräftig fiel das Plus im Handel mit Ländern außerhalb der EU aus.

Exportgeschäft boomt: Betrieb auf dem Container-Terminal Eurogate in Hamburg. dpa

Hamburger Hafen

Exportgeschäft boomt: Betrieb auf dem Container-Terminal Eurogate in Hamburg.

WiesbadenDie deutschen Exporte sind im Mai den fünften Monat in Folge gestiegen. Sie nahmen um 1,4 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem es im April ein Plus von 0,9 Prozent gegeben hatte. Die Importe kletterten mit 1,2 Prozent ebenfalls kräftiger als erwartet und bereits zum dritten Mal hintereinander.

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 110,6 Milliarden Euro ins Ausland, was einer Zunahme von 14,1 Prozent im Vergleich zum Mai 2016 entspricht. Gut liefen die Geschäfte mit den anderen Euro-Ländern, die um 13,4 Prozent zulegten. Viele Länder – darunter der nach den USA größte Exportkunde Frankreich – befinden sich in einem Aufschwung. Die Ausfuhren in die nicht zur Währungsunion zählenden EU-Staaten nahmen mit 9,2 Prozent unterdurchschnittlich zu. Dagegen wuchsen die in den Rest der Welt – von den USA bis China – mit 17,3 Prozent besonders stark.

Was Ökonomen zu den deutschen Exportzahlen sagen

Kevin Heidenreich (DIHK-Außenwirtschaftsexperte)

„Der deutsche Exportaufschwung hält an. Dank einer sich wieder belebenden Weltwirtschaft steigt die Nachfrage nach deutschen Produkten. In nahezu allen Weltregionen machen deutsche Unternehmen gute Geschäfte. In China und Nordamerika wachsen die Volkswirtschaften stabil. Auch die Euro-Zone zeigt sich in guter Verfassung. Lediglich der Brexit und schwache Konjunkturaussichten in Südamerika trüben derzeit die Stimmung der exportierenden Unternehmen. Das Risiko Handelshemmnisse für Unternehmen bleibt allerdings bestehen.“

Carsten Brzeski (ING)

„Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit auf allen Zylindern. Eine starke Binnennachfrage gibt es schon länger. Aber auch die langjährigen Wachstumsmotoren – Industrieproduktion und Exporte – beginnen an Dynamik zu gewinnen. Angesichts der hohen Wechselkursempfindlichkeit der deutschen Exporte in die USA sollte die jüngste Aufwertung des Euro in den kommenden Monaten aber einige Spuren hinterlassen. Auch die Folgen des Brexit dürfte nicht so schnell verschwinden. Diese potenziellen Risiken können durch die weitere Verbesserung der Konjunktur in der Euro-Zone ausgeglichen werden.“

Thomas Gitzel (VP Bank)

„Stärker wachsende Exporte sind auch gut für die Wachstumszusammensetzung. War es in den vergangenen Jahren vor allem der private Konsum, der wichtige Beiträge zum Wachstum lieferte, schaffen nun die Nettoexporte für zusätzliche Stabilität. Die Handelsbilanz schwillt derzeit weiter an, was jenseits des Atlantiks erneut auf Argwohn stoßen wird. Donald Trump wird deshalb seine Kritik am hohen deutschen Handelsbilanzüberschuss mit Vehemenz fortsetzen.“

Die deutschen Exporte übertrafen die Importe saison- und kalenderbereinigt um mehr als 20 Milliarden Euro. Deutschland steht wegen seines enormen Leistungsbilanzüberschusses international am Pranger. Experten wie die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen darin auch einen Hinweis darauf, dass Deutschland zu Hause zu wenig investiert, was langfristig das Wachstum dämpfen könne.

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