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15.12.2011

18:37 Uhr

Konjunktur

US-Arbeitsmarkt kommt in Bewegung

In den USA stellten in der vorigen Woche so wenige Menschen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Der US-Arbeitsmarkt kommt in Schwung, die Konjunkturdaten sind vielversprechend.

Immer weniger Amerikaner stellen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. dpa

Immer weniger Amerikaner stellen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe.

BerlinAm US-Arbeitsmarkt stehen die Zeichen zunehmend auf Besserung. Kommt der Jobmarkt weiter in Schwung, dürfte die größte Volkswirtschaft der Welt ihr moderates Wachstum fortsetzen. In der vorigen Woche stellten nur 366.000 Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe und damit so wenig wie seit Mai 2008 nicht mehr, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit 390.000 gerechnet, nach 385.000 in der Woche davor. „Alles spricht für eine weitere Stabilisierung und einen sehr positiven Trend für die US-Wirtschaft“, sagte Peter Kenny von Knight Capital.

Der schwache Arbeitsmarkt gilt als Achillesferse der US-Wirtschaft und verhindert derzeit ein stärkeres Wachstum. Im November allerdings fiel die Arbeitslosenquote mit 8,6 Prozent auf das niedrigste Niveau seit zweieinhalb Jahren. Zudem zieht die Beschäftigung allmählich an: Es wurden 120.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Nach den überraschend positiven Daten zu den Erstanträgen sieht David Sloan von IFR Economics nun Chancen, dass die Beschäftigung im Dezember weiter anziehen könnte.

Auch bei der US-Industrie hellten sich die Perspektiven auf: Die Geschäfte im Schlüsselstaat New York liefen im Dezember so gut wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Der „Empire State“-Index kletterte von 0,61 auf 9,53 Punkte, teilte die regionale Notenbank New York Fed mit. Analysten hatten nur mit 3,0 Punkten gerechnet. In der Region Philadelphia stieg das Geschäftsklima für Dezember überraschend stark auf 10,3 Punkte.

Im November jedoch hatte die gesamte US-Industrie ihre Produktion zum ersten Mal seit sieben Monaten gedrosselt. Die Firmen stellten nach Fed-Angaben 0,2 Prozent weniger her als im Oktober. Fachleute hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. „Trotz des jüngsten Rückgangs übertrifft das Produktionsniveau im laufenden Quartal das des Vorquartals um 0,6 Prozent“, betonte Postbank-Analyst Thilo Heidrich. „Damit zeichnet sich seitens der Produktion ein robustes BIP-Wachstum im Schlussquartal ab.“

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