Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.04.2011

12:13 Uhr

Konjunktur

US-Notenbank erwägt frühere Zinswende

Nach der angedeuteten Zinswende in der Euro-Zone denken nun auch US-Notenbanker über eine Straffung ihrer Geldpolitik nach, um die Inflation einzudämmen. Derzeit liegt der Leitzins auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent.

Spekulationen an der Wall Street: Hebt die Fed früher den Leitzins an? Quelle: dapd

Spekulationen an der Wall Street: Hebt die Fed früher den Leitzins an?

New YorkBereits bis Ende des Jahres und damit wesentlich früher als von den Märkten erwartet, könnten die Währungshüter jenseits des Atlantiks das Zentralbankgeld verteuern. Dies deutete der Präsident der Notenbank von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, in einem am Donnerstagabend (MESZ) veröffentlichten Interview im „Wall Street Journal“ an. Die Fed könnte den Leitzins demnach um einen dreiviertel Prozentpunkt erhöhen, falls die Teuerungsrate 2011 aus dem Ruder zu laufen droht. Viele Experten hatten eine Erhöhung erst für die zweite Jahreshälfte 2012 auf dem Zettel.

Seit Dezember 2008 liegen die Zinsen in den USA auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Die Aussagen des Notenbankers waren ein Dämpfer für den Euro, der zuletzt in Erwartung einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gestützt wurde. Direkt nach Bekanntwerden von Kocherlakotas Äußerungen fiel der Euro um rund einen halben Cent auf rund 1,4150 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung hatte zuletzt davon profitiert, dass die Märkte einen wachsenden Zinsabstand zum Dollar in den Wechselkurs einpreisten.

Fed-Chef Ben Bernanke. Quelle: Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke.

Falls die Fed die Geldpolitik früher als erwartet strafft, würde sich ein Teil des Zinsvorteils verflüchtigen und der Euro für Investoren etwas an Attraktivität verlieren.

Die Fed blickt bei den Inflationsgefahren insbesondere auf die sogenannte Kerninflationsrate, die die schwankungsanfälligen Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise ausklammert. Falls diese Kernrate bis Ende 2011 auf rund 1,3 Prozent steigen sollte, sieht Kocherlakota konkreten Handlungsbedarf für die Fed. „Das bedeutet, dass der Leitzins um mehr als 50 Basispunkte steigen sollte.“ Kocherlakota gilt als „Falke“ - also Vertreter eines strengeren geldpolitischen Kurses - und ist dieses Jahr im Zinsausschuss der Fed stimmberechtigt. Zuletzt hatten sich andere „Falken“ über den lockeren Kurs der Fed skeptisch geäußert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×