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27.01.2009

16:22 Uhr

Konjunktur

US-Verbrauchervertrauen sinkt auf Rekordtief

Kein Grund für übereilte Zuversicht: In den USA ist das Vertrauen der Verbraucher auf ein neues Rekordtief eingebrochen. Volkswirte hatten eigentlich mit einer Besserung gerechnet. Fazit eines Konjunkturtages: trotz der überraschenden Stimmungswende beim Ifo-Index scheinen Hoffnungen auf eine Trendwende verfehlt.

Amerikanischen Verbrauchern sitzt das geld zurzeit nicht so locker. Foto: ap ap

Amerikanischen Verbrauchern sitzt das geld zurzeit nicht so locker. Foto: ap

HB WASHINGTON. Da haben sich die Experten gründlich verrechnet. Sie haben erwartet, dass das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft dank Barack Obama und seiner Politik gegen die Krise wieder nach oben geht. Doch offensichtlich dauert es noch, bis der neue Präsident die Stimmung im Lande drehen kann. Aber er ist ja auch erst eine Woche im Amt. Sein Rettungspaket ist zwar angekündigt, aber eben noch nicht geschnürt.

Momentan glauben die Amerikaner offenbar nur das, was sie sehen und das ist zunächst einmal ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit. Und täglich Horrormeldungen im Fernsehen über den dramatischen Kapitalbedarf wichtiger Unternehmen. Diese schlechten Nachrichten zermürben sogar die notorisch optimistischen Amerikaner.

Die Stimmung der Verbraucher gilt in den USA als ein zentraler Indikator für die Ausgaben beim privaten Konsum. Sie machen - anders als in Deutschland - etwa zwei Drittel der Wirtschaftsleistung des riesigen Landes aus.

Gestern noch haben die Daten des Conference Boards, ein Institut der Privatwirtschaft, Anlass zu zarter Hoffnung inmitten der Wirtschaftskrise gegeben. Das US-Konjunkturbarometer ist im Dezember vor allem wegen der Hilfsmaßnahmen der amerikanischen Notenbank überraschend gestiegen. Der Index, der auf zehn wichtigen Wirtschaftsdaten beruht, kletterte um 0,3 Prozent und damit zum ersten Mal seit sechs Monaten. Wichtigster Faktor sei die drastische Ausweitung der Geldmenge durch die Zentralbank gewesen. Ökonomen hatten mit einem Rückgang des Indexes um 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat war das Barometer um 0,4 Prozent gefallen.

Trotz der positiven Entwicklung im Dezember seien jedoch nur vier der zehn Indikatoren gestiegen, hieß es weiter. Am stärksten habe die Entwicklung bei den Baugenehmigungen und bei der Wochenarbeitszeit auf den Index gedrückt. Die Ausweitung der Geldmenge erklärt sich aus der verstärkten Kreditvergabe und dem Ankauf von Wertpapieren durch die Federal Reserve, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Das Konjunkturbarometer soll einen Hinweis auf die Entwicklung in den kommenden drei bis sechs Monaten geben.

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