Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.07.2011

17:22 Uhr

Konjunktur

US-Wirtschaft schöpft überraschend Hoffnung

Amerikas Verbraucher sehen wieder optimistischer in die Zukunft als gedacht. Doch die Nachrichten vom Häusermarkt dürften die neugewonnene Zuversicht gleich wieder erheblich eintrüben.

Das Verbrauchervertrauen steigt, doch die Lage auf dem Häusermarkt bleibt angespannt. Quelle: action press

Das Verbrauchervertrauen steigt, doch die Lage auf dem Häusermarkt bleibt angespannt.

New York/WashingtonDas Konsumklima in den USA hat sich im Juli überraschend aufgehellt. Der Index für das Verbrauchervertrauen stieg auf 59,5 von revidiert 57,6 Punkten im Juni, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 56,0 Punkte gerechnet.

Die Konsumenten schätzten ihre aktuelle Lage schlechter, die Aussichten aber besser ein. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Die weltgrößte Volkswirtschaft kommt nur langsam in Schwung, vor allem am Arbeitsmarkt geht es kaum bergauf.

Als ein weiterer wichtiger Anzeiger für die Stimmung in der Gesamtwirtschaft gilt die Lage auf dem US-Häusermarkt, denn die Baubranche beschäftigt in den USA viele Arbeitskräfte. Der Sektor leidet noch immer unter dem Zusammenbruch in der Finanzkrise. "Die Neubauaktivitäten befinden sich weiter auf einem extrem niedrigen Niveau" hatte Notenbankchef Ben Bernanke am 13. Juli vor dem US-Kongress gesagt.

Die Lage ist weiter angespannt: Die Häuserkäufer haben sich im Juni weiter zurückgehalten. Die Zahl der verkauften Eigenheime gab um 1,0 Prozent nach, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Im Jahresvergleich kletterten die Verkäufe dagegen um 1,6 Prozent.

Ein deutlicher Preisanstieg sowie ein sinkendes Angebot signalisierten aber nach Einschätzung von Volkswirten ebenfalls eine langsame Stabilisierung des durch die Finanzkrise gebeutelten Sektors. Der Schätzung zufolge wurden aufs Jahr hochgerechnet 312.000 Neubauten verkauft. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit 320.000 Häusern gerechnet. Das Ministerium revidierte zugleich seine Schätzung für Mai auf 315.000 von 319.000.

Laut dem wichtigen Case-Shiller-Index, der die Preise auf dem Häusermarkt misst, sind die Hauspreise in 20 wichtigen US-Großstädten im Mai im Vorjahresvergleich um 4.5 Prozent gesunken. Das ist der größte Einbruch im Jahresvergleich seit September 2009.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×