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08.11.2014

13:17 Uhr

Konjunktur

Wachstum in China verlangsamt sich

Aktuelle Daten lassen vermuten, dass der chinesischen Wirtschaft ein wenig die Puste ausgeht. Auch fürs kommende Jahr bleibt die Regierung vorsichtig. Das Land wehrt sich mit einem massiven Infrastruktur-Programm.

Stau in Peking: Auch die Wirtschaft stockt derzeit etwas. dpa

Stau in Peking: Auch die Wirtschaft stockt derzeit etwas.

PekingIn China signalisiert ein weiterer Konjunkturindikator die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Im Oktober legten die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat nach amtlichen Angaben vom Samstag zwar um 11,6 Prozent zu, im September hatte das Wachstum aber noch 15,3 Prozent betragen.

Zuvor schon hatte der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC und des Instituts Markit für Oktober ein verlangsamtes Wachstum im Dienstleistungssektor angezeigt. Eine staatliche Umfrage war außerdem zu dem Ergebnis gekommen, dass die Dienstleistungsbranche im Oktober so langsam wuchs wie seit neun Monaten nicht mehr.

Schon im dritten Quartal bis zum September hatte Chinas Wirtschaft den offiziellen Zahlen zufolge mit einem Plus von 7,3 Prozent das langsamste Wachstum seit Anfang 2009 erlebt. Dies könnte dazu führen, dass erstmals seit 15 Jahren das Wachstumsziel der Regierung verfehlt wird. Angepeilt ist ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 7,5 Prozent.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Immobilienblase

Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

Schattenbanken

Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

Faule Kredite

Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

Überkapazitäten

Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

Internationale Krisen

Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Die chinesischen Importe zogen im Oktober nur noch um 4,6 Prozent an nach sieben Prozent im Vormonat. Ökonomen werten dies als Zeichen für eine schleppende Nachfrage im Inland. Der Handelsbilanzüberschuss belief sich auf 45,4 Milliarden Dollar.

Das Handelsministerium rechnet im kommenden Jahr zwar mit einer leichten Verbesserung des Exports. Der Außenhandel dürfte aber auch 2015 mit Unwägbarkeiten konfrontiert werden, so dass eine deutliche Erholung schwierig werde, erklärte das Ministerium am Samstag.

In diesen Kontext passt eine weitere Nachricht aus demLand: China will amtlichen Medien zufolge mit milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur das Wirtschaftswachstum ankurbeln. In den vergangenen drei Wochen habe die Reformkommission NDRC 21 Projekte mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet 113,2 Milliarden Dollar bewilligt, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag. Darunter seien 16 Bahnhöfe und fünf Flughäfen.

Zudem kündigte Präsident Xi Jinping nach einem Treffen mit Staats- und Regierungschefs aus mehreren Nachbarstaaten an, mit 40 Milliarden Dollar den Aufbau eines regionalen Infrastrukturfonds mit dem Namen "Seidenstraße" zu fördern. Damit solle "der verkehrstechnische Flaschenhals" in Asien beseitigt werden, berichteten Staatsmedien.

Von

rtr

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