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05.07.2017

15:41 Uhr

Konjunktur

Wachstum in der Eurozone übertrifft Erwartungen

Zwar wuchs im Juni die Wirtschaft im Euroraum nicht so stark wie im Vormonat, aber die Prognosen von Experten wurden dennoch übertroffen. Die Konjunkturlokomotive Deutschland ist daran jedoch nicht alleine beteiligt.

Deutschland ist nicht allein für das europäische Wirtschaftswachstum verantwortlich. dpa

Konjunktur

Deutschland ist nicht allein für das europäische Wirtschaftswachstum verantwortlich.

LondonDas Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat die Erwartungen im Juni übertroffen. Der Index des Finanzinformationsdienstes IHS Markit lag bei 56,3 Punkten. Das waren zwar 0,5 Punkte weniger als im Mai, aber deutlich mehr als die erwarteten 55,7 Punkte. Im Durchschnitt des zweiten Quartals lag der Index bei 56,6 Punkten, das ist der beste Wert seit Anfang 2011. Das entspricht einem Wachstum von 0,7 Prozent.

Im IHS-Index zeigt jeder Wert über 50 Punkte ein Wachstum an. Die Europäische Zentralbank greift bei Entscheidungen zur Zinspolitik auf ihn zurück.

Das Wachstum beschränkte sich den Angaben zufolge nicht auf das Wirtschaftsschwergewicht Deutschland. Die größte Volkswirtschaft Europas hatte seit Ende der globalen Finanzkrise als Konjunkturlokomotive der Eurozone gewirkt. Vielmehr meldeten auch die drei anderen großen Euro-Nationen Frankreich, Italien und Spanien ein schnelleres Wachstum in zweiten Quartal. Das führte zu mehr Einstellungen. Das vervollständige das Bild einer sich selbst tragenden Erholung der Wirtschaft, sagte IHS-Chefökonom Chris Williamson.

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Der frühere Notenbank-Präsident rät den Euro-Ländern, sich auf eine weniger expansive Geldpolitik vorzubereiten. Im Interview spricht er zudem über Populismus, die Zukunft der Euro-Zone und die Inflation in Deutschland.

Getragen wurde das Wirtschaftswachstum von der Produktion. Diese weitete sich im Juni so stark aus wie seit April 2011 nicht mehr. Das Wachstum bei den Dienstleistungen ließ zwar nach, war aber immer noch eines der Stärksten in den vergangenen sechs Jahren.

Die zunehmenden Anzeichen für eine Wirtschaftserholung der Eurozone könnte dazu führen, dass die EZB darüber nachdenkt, ihre Aktionen zur Stützung der Konjunktur zurückzufahren. Dazu gehören eine Niedrigzinspolitik und ein gewaltiges Anleihekaufprogramm. Allerdings liegt die Inflation immer noch deutlich unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent – im Juni erreichte sie einen Wert von 1,3 Prozent.

Von

ap

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