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23.01.2009

10:32 Uhr

Konjunktur

Weiter miese Geschäfte in der Euro-Zone

Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat auch zu Jahresbeginn deutliche Geschäftseinbußen hinnehmen müssen. Dies geht aus den am Freitag veröffentlichten vorläufigen Markit-Einkaufsmanagerindizes hervor.

In Deutschland trübte sich die Stimmung jedoch sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor weiter ein. Foto: HB Quelle: Handelsblatt

In Deutschland trübte sich die Stimmung jedoch sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor weiter ein. Foto: HB

HB BERLIN. Das Barometer für die Industrie stieg zwar im Januar minimal auf 34,5 von 33,9 im Vormonat, blieb aber nahe am Rekordtief der Umfrage vom Dezember. Der Index für die Dienstleister legte leicht zu auf 42,5 von 42,1 Zählern. Damit blieben beide Werte aber deutlich unter der 50-Punkte-Marke, ab der ein Wachstum der Wirtschaftszweige signalisiert wird.

Der Gesamtindex ist den Angaben zufolge im Januar von einem Rekordtief bei 38,2 Punkten im Vormonat auf 38,5 Punkte gestiegen, verlautete am Freitag aus den Kreisen. Volkswirte hatten mit einem abermaligen Rückgang auf 38,0 Zähler gerechnet.

Auch die Unterindizes der Gesamtkennzahl legten zu. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 33,9 Punkten im Vormonat auf 34,5 Punkte. Analysten hatten mit einem erneuten Rekordtief bei 33,4 Zählern gerechnet. Die Stimmung im Dienstleistungssektor verbesserte sich von 42,1 Punkte auf 42,5 Punkte. Volkswirte hatten eine Eintrübung auf 41,5 Punkte erwartet.

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Euroraums, trübte sich die Stimmung jedoch sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor weiter ein. Die Indizes fielen damit auf neue Rekordtiefs. In Frankreich, der zweitgrößten Wirtschaft des Währungsraums, hellte sich die Stimmung sowohl in der Industrie als auch im Servicebereich überraschend auf. In Italien, dem drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, wird keine Erstschätzung durchgeführt.

Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden.

„Die Januar-Daten bringen den Hoffnungschimmer, dass das Schrumpfungstempo der Wirtschaft Ende des vorigen Jahres seinen Höhepunkt erreicht hat“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Umfrage deute aber nach wie vor auf einen deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um rund 0,7 Prozent hin. Zudem verschärfte sich die Beschäftigungslage.

Auch die Postbank sieht eine allmähliche Bodenbildung bei der Unternehmensstimmung, nachdem sie in den vergangenen Monaten regelmäßig auf neue Tiefststände gefallen war. Allerdings sei die Entwicklung der Stimmung regional sehr unterschiedlich, vor allem in den beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich. Zudem deute das geringe Niveau der Indikatoren auf eine anhaltend schrumpfende Geschäftsaktivität hin. Ab einem Wert von 50 Punkten zeigen die Indikatoren einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität an. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden.

Der französische Geschäftsklima-Index verharrte im Januar auf 73 Punkten, wie das nationale Statistikinstitut Insee am Freitag in Paris mitteilte. Damit sank das Barometer erstmals seit März 2008 nicht mehr, blieb aber auf dem niedrigsten Stand seit Juni 1993. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang auf 70,0 Zähler gerechnet. Die meisten Experten sprachen von insgesamt schwachen Daten und sahen allenfalls eine Stabilisierung. „Haben wir einen Wendepunkt erreicht? Ich glaube es ehrlich gesagt nicht“, kommentierte Alexander Law von Xerfi.

Frankreich steckt in einer tiefen Rezession. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 1,8 Prozent schrumpft. Dies wäre der stärkste Konjunktureinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch in Deutschland herrscht trübe Stimmung in den Chefetagen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex lag zuletzt auf einem historischen Tief. Für Januar erwarten Experten sogar einen weiteren Rückgang.

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