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25.10.2012

11:22 Uhr

Konjunkturausblick

DIW erwartet Wachstum im Schlussquartal

Das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) erwartet in den kommenden Monaten ein Anziehen der Weltwirtschaft. Davon profitiert auch Deutschland: Das DIW sagt für das vierte Quartal ein Wachstum von 0,2 Prozent voraus.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht von einem leichten Wachstum im Schlussquartal aus. dapd

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht von einem leichten Wachstum im Schlussquartal aus.

BerlinTrotz der globalen Konjunkturflaute bleibt Deutschland nach Schätzung des Berliner DIW auf Wachstumskurs. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt für das laufende vierte Quartal einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent voraus. Mit der am Donnerstag vorgelegten Prognose sind die Berliner Forscher etwas optimistischer als andere Ökonomen. So rechnet das Münchner Ifo-Institut mit einer Stagnation. Die Bundesbank schließt gar ein leichtes Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht aus.

Für das zurückliegende Sommerquartal schätzt das DIW die Wachstumsrate auf 0,3 Prozent. Eine Rezession droht nach Einschätzung der Berliner Forscher trotz der sich verschlechternden Stimmung bei Konsumenten und Unternehmen derzeit nicht. Wegen der guten Arbeitsmarktlage und kräftiger Lohnzuwächse in den vergangenen Jahren schiebe insbesondere der Konsum die wirtschaftliche Entwicklung kräftig an.

Die Weltwirtschaft dürfte nach DIW-Einschätzung in den nächsten Monaten bereits wieder anziehen. Vor allem in den großen Schwellenländern wie China zeichne sich eine Beschleunigung ab, erläuterte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Davon werden nach seiner Einschätzung besonders die exportorientierten deutschen Unternehmen profitieren.

Wegen der besseren Lage des Arbeitsmarktes hat sich laut einer Studie des DIW erstmals seit Jahren die Einkommensschere in Deutschland wieder etwas geschlossen. Die verfügbaren Einkommen der unteren 40 Prozent der Bevölkerung legten im Jahr 2010 im Vergleich zu 2009 real um etwa zwei Prozent zu. Die mittleren und oberen verfügbaren Einkommen stagnierten dagegen. "Der jahrelange Trend einer Erhöhung der Einkommensungleichheit scheint gestoppt", fasste DIW-Ökonom Markus Grabka zusammen.

Grund dafür ist demnach die Erholung am Arbeitsmarkt. "Der ärmere Teil profitierte von höheren Tariflohnsteigerungen und einem Anstieg der Zahl von Personen mit Erwerbseinkommen um 700.000", sagte Grabka. "Der reichere Teil der Bevölkerung musste dagegen Rückgänge bei den Einkommen aus Vermögen hinnehmen." Ob sich die Schere noch weiter schließt, bleibt ungewiss. "Die Konjunktur trübt sich derzeit ein und die aktuell noch gute Arbeitsmarktentwicklung könnte von der Euro-Krise gebremst werden", sagte der Experte.

Trotz der Einkommenszuwächse hat sich das Armutsrisiko aber kaum verringert. 14 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen müssen mit höchstens 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen - das entspricht etwa 990 Euro monatlich - und gelten damit als armutsgefährdet. Im Krisenjahr 2009 hatte es mit 15 Prozent noch einen Negativrekord gegeben.

Die leichte Verbesserung beschränkt sich allerdings auf Westdeutschland. "In Ostdeutschland lebt noch immer jede fünfte Person unterhalb der Armutsrisikoschwelle", sagte DIW-Forscher Grabka. "Insgesamt scheint es Deutschland aber gelungen zu sein, die sozialen und ökonomischen Risiken der Wirtschafts- und Finanzkrise einzugrenzen."

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.10.2012, 14:24 Uhr

Eine Wahnsinnsmeldung ist das. Wirtschaftswachstum im letzten Quartal. Findet da nicht auch Weihnachten statt?

Account gelöscht!

25.10.2012, 14:29 Uhr

Dem schließe ich mich an
Es ist wirklich eine Wahnsinns-Meldung

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