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25.10.2013

11:59 Uhr

Konjunkturbarometer

Ifo-Index gibt überraschend nach

Im Oktober hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ein wenig eingetrübt. Der Ifo-Index sank entgegen der Erwartungen um 0,3 Punkte. Dabei plagen die Unternehmen gleich mehrere Sorgen.

Die Stimmung ist nicht nur in der Frankfurter Bankenwelt etwas trüber. dpa

Die Stimmung ist nicht nur in der Frankfurter Bankenwelt etwas trüber.

München/BerlinDämpfer für die deutsche Wirtschaft: Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober überraschend gefallen. Das viel beachtete Barometer sank um 0,3 auf 107,4 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem weiteren Zuwachs auf 108,0 Zähler gerechnet. „Die deutsche Konjunktur nimmt noch nicht volle Fahrt auf“, sagte Ifo-Experte Kai Carstensen. Ökonomen machten dafür den gerade erst vertagten US-Haushaltsstreit und den stärkeren Euro mitverantwortlich.

Die rund 7.000 befragten Manager schätzten ihre Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. Die Situation sei aber „weiterhin überdurchschnittlich gut“, so Carstensen. Die Stimmung trübte sich sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern, dem Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel ein. Lediglich der Großhandel stemmte sich gegen den Abwärtstrend. In der Industrie besteht aber Hoffnung auf Besserung. „Die Exporterwartungen sind auf den höchsten Wert des Jahres gestiegen“, sagte Carstensen. Zuletzt hatte beispielsweise die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft China an Fahrt gewonnen.

Auch die Haushaltskrise in den USA, die in den vergangenen Wochen die Welt in Atem hielt, dürfte nur wenige Eindruck in den Chefetagen hinterlassen haben. Zwar wisse man nicht, wie sich die Werte ohne die dramatische Zuspitzung entwickelt hätten, doch da auch die Exporterwartungen der Firmen weiter nach oben auf einen neuen Jahreshöchstwert geklettert seien, dürfte die Besorgnis über die Lage in den USA kaum Auswirkungen auf die Stimmung in den Unternehmen gehabt haben, sagte Ifo-Konjunkturexperte Steffen Henzel. Insgesamt belege der Index weiter die starke Rolle der deutschen Wirtschaft in Europa und weltweit.

Investoren ließ der Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers kalt. Die Dax bewegte sich kaum und tendierte 0,3 Prozent schwächer bei 8957 Zählern. Der Euro verlor minimal auf 1,3815 Dollar.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Ökonomen verwiesen auch auf den Haushaltsstreit in den USA: „Nach den jüngsten Turbulenzen in Washington bestehen wohl bei den Unternehmen Unsicherheiten“, erklärte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Möglicherweise zeigt auch der feste Euro leichte Bremsspuren.“ Sein Wechselkurs ist derzeit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr, was Exporte nach Übersee verteuert. „Sorgen macht uns der zunehmend starke Euro, der die Stabilisierung in Europa zurückwerfen kann“, sagte auch KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Von Reuters befragte Analysten sagen der deutschen Wirtschaft im laufenden vierten Quartal ein robustes Wachstum von 0,4 Prozent voraus. Für das dritte Quartal werden 0,3 Prozent erwartet. Im Frühjahr hatte es noch ein Plus von 0,7 Prozent gegeben, weil die im langen Winter liegengebliebenen Arbeiten nachgeholt wurden. „Die deutsche Wirtschaft bleibt aber in guter Form“, sagte ING-Ökonom Carsten Brzeski.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

25.10.2013, 10:17 Uhr

Wie, wie kann das sein ? Hat meine Sekretärin die Kreuze wieder an der falschen Stelle gemacht ?

Muss man denn Chefin alles immer selber machen. Dank Power-Merkel und dem Super-Euro geht es uns in Deutschland und unserer Firma so gut wie noch nie.

Account gelöscht!

25.10.2013, 10:21 Uhr

Wie, wie kann das sein? Hat meine Sekretärin die Kreuze wieder an der falschen Stelle gemacht ? Muss man denn als Chefin alles immer selber machen ?

Dank Power-Merkel und dem Super-Euro geht es uns in Deutschland und unserer Firma so gut wie noch nie.

INdieTASCHEluegen

25.10.2013, 11:02 Uhr

die erhebung der zahlen zum IFO index ist durchaus zweifelhaft.

zum einen was die anzahl der angeblich befragten unternehmer/innen als auch was die aussagen zu suggestivfragen angeht.

und der steuerzahler unterstützt diese wassersuppe.

unsinn höchsten grades

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