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25.04.2013

13:47 Uhr

Konjunkturdaten

Britische Wirtschaft wendet Rezession ab

Großbritannien bleibt die dritte Rezession seit Beginn der Finanzkrise offenbar erspart: Im ersten Quartal kann das Bruttoinlandsprodukt leicht zulegen. Besonders die Ölförderung in der Nordsee schiebt die Wirtschaft an.

Eine Gasförderplattform vor der Küste von Aberdeen: Die Förderung von fossilen Brennstoffen hat die britische Wirtschaft angeschoben. Reuters

Eine Gasförderplattform vor der Küste von Aberdeen: Die Förderung von fossilen Brennstoffen hat die britische Wirtschaft angeschoben.

LondonDie Wirtschaft in Großbritannien hat sich zu Jahresbeginn berappelt und das Gespenst einer erneuten Rezession vorerst verjagt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Januar bis März um 0,3 Prozent zum Vorquartal und damit drei Mal so stark wie von Experten erwartet.

Wie das Statistikamt am Donnerstag in London weiter mitteilte, legte das BIP im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 0,6 Prozent zu – der stärkste Zuwachs seit Ende 2011. Insbesondere die Dienstleister sorgten mit besseren Geschäften für Auftrieb. Auch sprudelnde Einnahmen aus der Förderung der Öl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee schoben die Wirtschaft an.

Im vierten Quartal 2012 hatte es noch ein Minus von 0,3 Prozent gegeben. Auch wenn die Schätzzahlen für das erste Quartal 2013 revisionsanfällig sind, halten Experten ein Absinken unter die Null-Linie für die endgültigen Daten für unwahrscheinlich. Die solide Belebung in Großbritannien überrascht und dürfte sogar das Wachstum in Deutschland überbieten, das die führenden Forschungsinstitute auf 0,2 Prozent taxieren. Doch könnten die britische BIP-Daten von den am Freitag anstehenden Zahlen aus den USA in den Schatten gestellt werden: Jenseits des Atlantiks wird für Januar bis März ein auf das Jahr hochgerechnetes Wachstum von 3,0 Prozent erwartet.

Reichsten Euro-Länder nach Nettovermögen

Nettohaushaltsvermögen

Als Haushaltsvermögen gelten alle privaten Besitztümer der Menschen innerhalb eines Haushalts - also Sparbücher, Konten aber auch Lebensversicherungen und vor allem Immobilienvermögen. Die EZB-Studie zeigt nun erstmals, wie das Haushaltsvermögen in den Euro-Staaten aufgeteilt ist. Die Daten stammen aus den Jahren 2008 bis 2010. Nicht einbezogen sind die Euro-Länder Irland und Estland, da die Erhebung der Daten bereits begann, als die beiden Staaten den Euro noch gar nicht eingeführt hatten.

Platz 15: Slowakei

Mit einem durchschnittlichen Nettohaushaltsvermögen von nur 79.700 Euro ist die Slowakei das traurige Schlusslicht innerhalb der erhobenen Euro-Länder. Damit hat das kleine Land, das zwischen Polen und Ungarn liegt, in dem zwar 1,4 Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone liegen, nur 0,5 Prozent des Vermögens.

Platz 14: Griechenland

Der reiche Grieche ist ein Mythos. Der Großteil der griechischen Haushalte ist arm: Mit nur 147.800 Euro Nettovermögen liegen die griechischen Haushalte weit unter dem Durchschnitt in der Euro-Zone von 230.800 Euro. Obwohl Griechenland drei Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone stellt, besitzen die Menschen dort nur 1,9 Prozent des Vermögens.

Platz 13: Slowenien

In Slowenien liegt das durchschnittliche Nettohaushaltvermögen bei 148.700 Euro und damit nur wenige tausend Euro höher als das der Griechen. Doch Slowenien ist ein kleines Land: Die 0,6 Prozent der Haushalte halten 0,4 Prozent des privaten Vermögens innerhalb der Euro-Zone.

Platz 12: Portugal

Auch im Krisenland Portugal besitzen die Menschen nicht viel, im Durchschnitt 152.900 Euro je Haushalt. Damit besitzen die portugiesischen Haushalte, die 2,8 Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone darstellen, nur 1,9 Prozent des Vermögens.

Platz 11: Finnland

161.500 Euro besitzen die finnischen Haushalte im Durchschnitt, damit reicht es im Vergleich unter den Euro-Ländern für Platz Elf. Die Finnen halten mit 1,8 Prozent der europäischen Haushalte 1,3 Prozent des Vermögens.

Platz 10: Niederlande

Auch unsere holländischen Nachbarn liegen unter dem EU-Durchschnitt. 170.200 Euro beträgt dort das durchschnittliche Haushaltsnettovermögen. Damit haben die Niederländer zwar 5,3 Prozent der Haushalte in der Euro-Zone, aber nur 4,0 Prozent des Vermögens.

Platz 9: Deutschland

Für Deutschland, stärkste wirtschaftliche Kraft innerhalb der Euro-Zone, reicht es im Vergleich der Haushaltsvermögen nur für Platz Neun: Durchschnittlich 195.200 Euro besitzen die deutschen Haushalte - und liegen damit unter dem Euro-Zonen-Durchschnitt von 230.800 Euro. 28,7 Prozent der Haushalte der Euro-Zone liegen in Deutschland, aber trotzdem nur 24,3 Prozent des Vermögens.

Platz 8: Frankreich

Frankreich steht besser da als Deutschland. Durchschnittlich 233.400 Euro beträgt dort das Nettovermögen der Haushalte und liegt damit leicht über dem Mittelwert der Euro-Zone. 20,2 Prozent der Haushalte halten 20,3 Prozent des Vermögens innerhalb der Euro-Zone.

Platz 7: Österreich

265.000 Euro besitzen österreichische Haushalte im Durchschnitt an Vermögen. Damit haben die Österreicher anteilig mehr Vermögen als Haushalte der Euro-Zone: 2,7 Prozent der Haushalte besitzen 3,1 Prozent des Vermögens.

Platz 6: Italien

Auch das Krisenland Italien liegt deutlich über dem durchschnittlichen Nettohaushaltsvermögen der Euro-Zone: 275.200 Euro an Vermögen haben die italienischen Haushalte im Durchschnitt angehäuft. Damit machen sie zwa rnur 17,2 Prozent aller Haushalte der Euro-Zone aus, halten aber 20,6 Prozent des Vermögens.

Platz 5: Spanien

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit besitzen auch die spanischen Haushalte noch viel Vermögen, durchschittlich 291.400 Euro. Die Daten stammen allerdings aus dem Jahr 2008. Damals besaßen die spanischen 12,3 Prozent der Haushalte innerhalb der Euro-Zone rund 15,6 Prozent des Vermögens.

Platz 4: Belgien

In Belgien liegt das Nettohaushaltseinkommen durchschnittlich bei 338.600 Euro - und damit weit über dem der Nachbarländer Niederlande oder Deutschland. 3,4 Prozent der Haushalte der Euro-Zone liegen in Belgien, dort sammelt sich aber 5,0 Prozent des Vermögens.

Platz 3: Malta

Die bevölkerungsärmsten Euro-Länder haben die reichsten Haushalte. Mit 366.000 Euro Durchschnittsvermögen liegen die Haushalte auf der kleinen Mittelmeerinsel auf Platz drei. 0,1 Prozent der Haushalte der Euro-Zone sind auf der Insel zu finden - aber auch 0,2 Prozent des Vermögens.

Platz 2: Zypern

670.900 Euro Vermögen besitzen die Haushalte in Zypern im Durchschnitt - fast das dreifache des Mittelwerts der Euro-Zone, der bei 230.800 Euro liegt. Damit häuft sich bei den 0,2 Prozent der Haushalte der Euro-Zone rund 0,6 Prozent des Vermögenbesitzes.

Platz 1: Luxemburg

Die Luxemburger sind jedoch noch fast 40.000 Euro reicher als die Zyprioten: 710.100 Euro Vermögen besitzen die luxemburgischen Haushalte - und damit 0,4 Prozent des privaten Vermögens innerhalb Euro-Zone, auch wenn sich nur 0,1 Prozent aller Haushalte der Euro-Zone in Luxemburg befinden. Das Großherzogtum hat damit unbestritten das höchste Nettohaushaltsvermögen.

Großbritannien ist mit seinem dominanten Service-Sektor und dem führenden Banken- und Finanzplatz London in den vergangenen Jahren konjunkturell besonders stark unter die Räder gekommen und erholt sich nur schleppend. Daher ist das Aufatmen auf der Insel groß, dass das Land nicht in die dritte Rezession seit Beginn der Finanzkrise abgerutscht ist. Doch Experten warnen, das Vereinigte Königreich könne ähnlich wie Japan in eine lange Stagnationsphase hineingeraten. Wegen der trüben Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung und die Staatsfinanzen entzog mit Fitch bereits die zweite Rating-Agentur dem Land die Bonitätsbestnote AAA.

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Finanzminister George Osborne hat es sich zum Ziel gesetzt, das strukturelle Defizit bis zur Mitte des Jahrzehnts auszugleichen. „Für den Moment sieht sich Osborne in seinem Sparprogramm bestärkt und kann gegenüber den Rating-Agenturen und der Opposition wieder mit einer etwas breiteren Brust auftreten“, meint Ökonom Norman Rudschuck von der NordLB. Volkswirt Rob Carnell von Global Economics ING rechnet nach den besser als erwartet ausgefallenen Daten damit, dass die Notenbank eine höhere Dosierung ihrer Konjunkturspritzen noch einige Zeit aufschieben wird. Die Bank of England kann derzeit bis zu 375 Milliarden Pfund (439 Milliarden Euro) durch den Kauf von Anleihen in die Wirtschaft pumpen. Mehrere Spitzenbanker hatten dafür plädiert, diese Summe um 25 Milliarden Pfund aufzustocken.

Von

rtr

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