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08.09.2015

08:35 Uhr

Konjunkturdaten

Chinas schwacher Handel belastet die Märkte

Sowohl die Ex- als auch die Importe sanken in China stärker als erwartet. Für Europäische Unternehmen häufen sich die Probleme dort. Sie stellen sich auf eine härtere Zukunft ein.

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Experte zu Folgen der China-Krise: Am meisten sind deutsche Autobauer von der Krise betroffen

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Shanghai.Der chinesische Außenhandel ist im August erneut hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sowohl die Ex- als auch die Importe sanken stärker als erwartet. Die Ausfuhren seien im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf knapp 197 Milliarden Dollar (175,7 Milliarden Euro) gefallen, teilte die Zollverwaltung am Dienstag in Peking mit.

Hauptgrund für den Rückgang war ein schwaches Geschäft mit den Staaten der Europäischen Union und Japan. Mit dem Minus im August gingen die Exporte in diesem Jahr bisher in sechs von acht Monaten zurück.

Noch schlechter sieht es bei den Einfuhren aus. Diese fielen zum zehnten Mal in Folge. Hier betrug der Rückgang im August 13,8 Prozent auf 137 Milliarden Dollar. Die seit Monaten sehr schwache Importentwicklung ist ein Indiz für eine lahmende Binnenkonjunktur. Auf dem zuletzt ohnehin nervösen Aktienmarkt des Landes sorgten die Daten für weitere Verunsicherung. Die wichtigsten Indizes gaben deutlich nach. Der Preis für Rohöl fiel, der Euro notierte im Gegenzug fester.

Warum in China die Börse abstürzt

Wie tief fallen die Kurse noch?

Am 27. Juli erlebte Chinas Börse den größten Tageseinbruch seit acht Jahren. Wie weit es noch nach unten geht, kann niemand sagen. Doch der Einbruch wäre vermutlich noch schlimmer ausgefallen, wenn die Börsenaufsicht und die Zentralbank nicht neue Hilfen angekündigt hätten.

Welche Rolle spielt der Staat für die Entwicklung an den Börsen?

Indem die chinesische Regierung Privatanleger in Aktien drängt, versucht sie, das Finanzierungsproblem für Unternehmen zu lösen – und die Schwächen des Bankensektors zu vertuschen.

Welche Nachteile ergeben sich hieraus?

Einmal angefangen, kommt der Staat nun nicht mehr aus der Sache heraus: Damit die Strategie aufgeht, sich das Ersparte für Kleinanleger mehrt und Firmen an Geld kommen, müssen die Kurse oben bleiben. Einen Crash kann man sich schon wegen der Reputation im Grunde nicht leisten.

Warum greifen die staatlichen Maßnahmen nicht?

Die Hilfsprogramme der Regierung nutzen sich ab – oder besser: sie nützen nichts, wenn gleichzeitig immer mehr Anleger nicht mehr an die Börsen glauben.

Hat der Börsencrash in China Auswirkungen auf die Realwirtschaft?

Wenig. Der Aktienmarkt hat sich schon lange von der Realwirtschaft entkoppelt.

Wie hart trifft der Börsencrash die chinesischen Sparer?

Chinesen sind zwar emsige Sparer. Sie haben aber nur einen kleinen Teil ihres Geldes in Aktien investiert. Fünf Prozent der Ersparnisse stecken in Wertpapieren.

Welche deutschen Aktien geraten durch die Turbulenzen in China unter Druck?

Besonders exportorientierte deutsche Unternehmen. Für Volkswagen und Daimler ist China enorm wichtig. Auch Chemiekonzerne wie Bayer und BASF geraten unter Druck.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr an den Börsen der Welt?

Lange Zeit durften Ausländer nicht an Chinas Börsen handeln. Peking hatte seine Finanzmärkte weitgehend abgeschottet. Dadurch schlagen Turbulenzen in China nur sehr abgeschwächt auf internationale Börsen durch.

Welche Rollen spielen ausländische Anleger bei dem Börsen-Crash?

Seit den Turbulenzen ziehen viele internationale Anleger ihr Geld über die Börse in Hongkong wieder aus dem chinesischen Festland ab. Bis Wochenanfang waren auf diesem Weg bereits mehr als sechs Milliarden US-Dollar abgeflossen.

Für europäische Unternehmen zeichnet sich ein zunehmend trübes Bild von der wirtschaftlichen Situation Chinas. „Die Wirtschaft verlangsamt sich und bereits angekündigte Reformen werden zu langsam umgesetzt“, sagte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das geringere Wirtschaftswachstum von zuletzt nur noch sieben Prozent habe viele ausländische Unternehmen in ihrem Optimismus gedämpft. „Es ist für uns noch nicht das Ende aller Zeiten. Aber es sind andere Zeiten“, so Wuttke, der am Dienstag in Peking das jährliche Positionspapier der Handelskammer vorlegte.

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